Der türkische Präsident kommt heute mit einer langen Forderungsliste nach Brüssel. Er will die Überarbeitung des Flüchtlingsdeals von 2016, Visafreiheit für türkische Reisende und Geld für Vertriebenenunterkünfte in Nordsyrien.
Istanbul. Trotz der Öffnung der türkischen Westgrenze für Flüchtlinge und der gegenseitigen Vorwürfe beginnen die Türkei und die EU mit Gesprächen über eine Zukunft ihres Flüchtlingsabkommens. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan reist heute, Montag, nach Brüssel, wo er mit Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel sprechen wird.
Er hoffe auf gute Ergebnisse des Treffens mit der neuen EU-Führung, sagte Erdoğan am Sonntag. Der türkische Präsident verlangt unter anderem Visafreiheit für türkische Reisende in Europa und eine Beteiligung der EU am Bau von Unterkünften für Flüchtlinge im Norden Syriens. In einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Erdoğan eine Überarbeitung des Flüchtlingsdeals von 2016. Von einer völligen Aufkündigung der Zusammenarbeit mit der EU ist keine Rede mehr.