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Wehrpflicht

Mehr „teiltaugliche“ Zivildiener?

Bei der Stellung sollen ab 2021 neue Kriterien gelten. Dadurch müssten mehr junge Männer zum Heer oder Zivildienst leisten.
Bei der Stellung sollen ab 2021 neue Kriterien gelten. Dadurch müssten mehr junge Männer zum Heer oder Zivildienst leisten.(c) APA/GEORG HOCHMUTH
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2019 konnte jede zehnte Zivildienst-Stelle nicht besetzt werden. Die Regierung will daher neu definieren, wer für den Dienst „tauglich“ ist. Diese Woche setzt sie erste Schritte.

Wien. Es gibt zwei Gründe dafür, warum Österreich weniger junge wehrpflichtige Männer zur Verfügung stehen. Der eine ist, dass es grundsätzlich weniger Staatsbürger um die 18 Jahre gibt – aufgrund von geburtenschwachen Jahrgängen. Der andere ist, dass von diesen jungen Männern die Anzahl der untauglichen steigt. Sie können also aus verschiedensten Gründen keinen Grundwehrdienst leisten – und damit auch keinen Zivildienst. Das ist die eigentliche Herausforderung, vor der die Bundesregierung steht.

Am Sonntag veröffentlichte das Ministerium von Elisabeth Köstinger (ÖVP), zuständig für den Zivildienst, eine Bilanz des vergangenen Jahrs: Die Zahl der Neuanmeldungen zum Zivildienst ist demnach  2019 um zwei Prozent gesunken. Insgesamt gaben 13.428 junge Männer in diesem Zeitraum eine Zivildiensterklärung ab.

Die Statistik zeigt aber auch einen anderen Trend. Denn insgesamt gibt es zwar weniger junge Männer, die für den Zivildienst zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wird der Ersatzdienst für die Wehrpflicht aber trotzdem beliebter. Denn gleichzeitig gab es im vergangenen Jahr 14.660 Zivildiener in Österreich – um 69 mehr als im Jahr 2018. Historisch ist das der dritthöchste Wert. Das ist möglich, weil junge Männer, deren Zivildiensterklärung bereits länger zurücklag, ihren Dienstantritt aufgeschoben hatten.