Film

Schauspieler Max von Sydow ist tot

Sydow beim Film Festival in Cannes.
Sydow beim Film Festival in Cannes.APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI
  • Drucken

Berühmt machte den gebürtigen Schweden Starregisseur Ingmar Bergman. Im hohen Alter spielte er noch in "Star Wars" und "Game of Thrones“.

Max von Sydow spielte Schurken, Könige, Nazis, Gott, den Teufel und Sigmund Freud. Der gebürtige Schwede war einer der ganz Großen des Films - in vielerlei Hinsicht. Mit seinen über 1,90 Metern Körpergröße überragte von Sydow die meisten seiner Schauspielerkollegen. Mit seinem Spiel beeindruckte er auch noch als Greis Hollywood und die Welt. Am Sonntag ist der Wahl-Franzose 90-jährig gestorben.

Von Beginn seiner Karriere an schrieben viele dem Schauspieler eine fast mysteriöse Präsenz zu. Die hagere Figur, die tiefe, kräftige Stimme, die leicht vorgeschobene Unterlippe, zum Schluss die tiefe Furche zwischen den Augenbrauen: Von Sydow hat mit seinem Körper Geschichten erzählt. In der Verfilmung von Jonathan Safran Foers Bestseller "Extrem laut und unglaublich nah" spielte er 2011 einen Stummen mit einer solchen Intensität, dass er mit 83 Jahren noch einmal für einen Oscar nominiert wurde.

Der Hüne ging leer aus, wie auch ein Vierteljahrhundert davor schon, als er für seine Rolle in dem Bille-August-Film "Pelle, der Eroberer" (1987) als bester Hauptdarsteller für den Preis vorgeschlagen wurde. Da ist von Sydow schon mehrere Jahrzehnte im Geschäft, hat mit Woody Allen ("Hannah und ihre Schwestern", 1986), David Lynch ("Dune", 1984) und vor allem Starregisseur Ingmar Bergman ("Das siebente Siegel", 1957) zusammengearbeitet.

Sieben reiten in die Hoelle, (THE REWARD) USA 1964, Regie: Serge Bourguignan, MAX VON SYDOW  UnitedArchives00003664
Sieben reiten in die Hoelle, (THE REWARD) USA 1964, Regie: Serge Bourguignan, MAX VON SYDOW UnitedArchives00003664imago images/United Archives

Die Zeit mit dem Schweden nannte er in der Zeitung "Expressen" die "ohne Zweifel wichtigste Zeit meiner Karriere", auch wenn er nicht immer der Star und noch seltener der Held des Films war. Für Bergman spielte er etwa in "Die Stunde des Wolfs" und "Schande" (1968) an der Seite von Liv Ullmann. "Bergman zu treffen, war das wichtigste Ereignis meines Lebens", sagte von Sydow der dänischen Zeitung "Berlingske". "Ich habe ihn bewundert und große Verantwortung gegenüber den Aufgaben gespürt, die er mir gegeben hat."

In über hundert Filmen und Fernsehserien war von Sydow im Laufe seiner langen Karriere zu sehen, streifte dabei fast jedes Genre. In Hollywood drehte er unter Regiegrößen wie Martin Scorsese ("Shutter Island", 2010) und Steven Spielberg ("Minority Report", 2002). Auch für Wim Wenders ("Bis ans Ende der Welt", 1991) stand von Sydow vor der Kamera.

Shutter Island
Shutter Islandimago images / Prod.DB

1988 bekam der Schauspieler den Europäischen Filmpreis, 1995 den Grimme-Preis. Zweimal war er für einen Golden Globe nominiert, unter anderem für seine Rolle als Priester in dem Klassiker "Der Exorzist" (1973). In Cannes wurde er 2004 für sein Lebenswerk geehrt. Doch da war seine Karriere längst nicht zu Ende. In dem "Star Wars"-Kinofilm "Das Erwachen der Macht" (2015) war von Sydow genauso dabei wie in der Kultserie "Game of Thrones" (2016).

Trotzdem seien die Rollen im Alter dünner geworden, beklagte er einmal gegenüber dem britischen "Guardian": "Wenn du älter wirst, bekommst du die alten Charaktere angeboten, und sehr oft sterben alte Leute mitten im Drehbuch. Es ist traurig, aber nicht sehr interessant."

Seine wichtigste Begleiterin war seine zweite Frau, die französische Filmemacherin Catherine Brelet. "Catherine ist die ganze Zeit bei mir. Wir reisen zusammen, gehen zusammen spazieren, schlafen zusammen. Wir sind nie getrennt", sagte von Sydow dem "Expressen". Dass er 2002 auch die französische Staatsbürgerschaft annahm, kam bei den Schweden nicht gut an. Boulevardmedien warfen ihm vor, mit seiner Heimat zu brechen. Aber von Sydow beteuerte zu dem Zeitpunkt: "Ich liebe Schweden."

(red.)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.