Flüchtlingskrise

„EU nicht erpressbar“

Griechenlands Ministerpräsident, Kyriakos Mitsotakis.
Griechenlands Ministerpräsident, Kyriakos Mitsotakis.(c) REUTERS (MICHELE TANTUSSI)
  • Drucken

Griechenlands Premier Mitsotakis fordert Türkei zur Rücknahme illegaler Migranten auf.

Berlin/Athen. Griechenlands Ministerpräsident, Kyriakos Mitsotakis, hat die Türkei zu einem raschen Kurswechsel in der Migrationskrise aufgefordert. Mitsotakis sagte auf einem deutsch-griechischen Wirtschaftsforum in Berlin, Griechenland und die EU ließen sich von der Türkei nicht „erpressen“. Der Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, müsse bei seinem Besuch am Montag in Brüssel (siehe oben) zur Deeskalation beitragen.

Es müsse zu einer praktischen Änderung der Politik Ankaras kommen. So müsse die Türkei rasch illegal eingereiste Migranten zurücknehmen, die auf griechischem Staatsgebiet verhaftet worden seien. Die Türkei versuche, aus Zehntausenden Migranten „illegale Eindringlinge“ zu machen. Erdoğan hatte am 29. Februar erklärt, die Grenze zur EU sei für Migranten offen. Tausende Menschen machten sich daraufhin auf den Weg in Richtung Griechenland.

„Asylrecht respektieren“

Rückendeckung bekam der griechische Premier von Ursula von der Leyen: „Eine Lösung für die Situation zu finden wird bedeuten, dass zuerst einmal der Druck auf die Grenzen nachlassen muss“, sagte von der Leyen am Montag in ihrer Rede zum 100. Tag ihrer Amtszeit als EU-Kommissionschefin.

Zugleich äußerte die Präsidentin der Brüsseler Behörde eine – indirekte – Kritik am Vorgehen der griechischen Grenzschützer, die sich seit Tagen bemühen, Flüchtlinge und Migranten am Übertritt zu hindern. „Wir müssen dafür sorgen, dass das Recht einer Person, um Asyl zu ersuchen, respektiert wird“, sagte von der Leyen. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2020)

Mehr erfahren

Kyriakos Mitsotakis (li.) besuchte Sebastian Kurz in Wien.
Migrationskrise

Mitsotakis dankt Kurz für Unterstützung in Flüchtlingskrise

Der griechische Premierminister Mitsotakis bekennt sich zur Zusammenarbeit mit der Türkei und sieht einen „gewissen Fortschritt“. Die illegalen Zuströme seien geringer.
March 9, 2020, Brussels, Belgium: Brussels , 09032020.EU-Turkey Leaders Meeting with President of the Republic of Turkey
Europa

Die EU schachert mit Erdoğan um Flüchtlinge und Migranten

Der türkische Präsident forderte bei seinem Besuch in Brüssel frisches Geld. Das dürfte er bekommen – im Gegensatz zu politischen Zugeständnissen der Europäer. Konkrete Ergebnisse brachte das zweieinhalbstündige Treffen nicht.
Ein Bild vom Sonntag: Griechenland geht mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Migranten und Flüchtlinge am Grenzübergang zur Türkei vor.
Migration

Griechenland beginnt Ausbau von Grenzzaun

„Die Grenzen bleiben zu“ hieß kurz vor dem Besuch Erdogans in Brüssel. Deutschland will Flüchtlingskinder aus griechischen Lagern „innerhalb von Wochen“ aufnehmen.
GREECE-TURKEY-EU-MIGRANTS-CONFLICT
EU-Türkei

Erdoğan will einen neuen Deal

Der türkische Präsident kommt heute mit einer langen Forderungsliste nach Brüssel. Er will die Überarbeitung des Flüchtlingsdeals von 2016, Visafreiheit für türkische Reisende und Geld für Vertriebenenunterkünfte in Nordsyrien.
Flüchtlingskrise

Deutschland will bis zu 1500 Kinder aus griechischen Lagern aufnehmen

Deutschland sei bereit, im Rahmen einer "Koalition der Willigen" auf europäischer Ebene "einen angemessenen Anteil" zu übernehmen - und hat sich zur Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Kindern und Jugendlichen bekannt.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.