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Wien

Sperre nach Infektion im Donauspital

(c) APA/HANS PUNZ
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Eine Patientin steckte mehrere Menschen an. Die Abteilung für Gynäkologie musste gesperrt werden, 28 Mitarbeiter wurden in Heimquarantäne geschickt.

Wien. Acht Infizierte gibt es in Wiens zweitgrößtem Krankenhaus, dem Donauspital – vormals SMZ Ost. Eine Patientin hat mehrere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Betroffen sind nach Angaben des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien insgesamt drei Patientinnen und acht Spitalsmitarbeiter, die an Covid-19 erkrankt sind. Sie befinden sich in Quarantäne, die Krankheit soll durchwegs einen milden Verlauf zeigen.

Für das Spital hatten die Infektionen allerdings schon einige einschneidende Folgen. Insgesamt 28 Mitarbeiter wurden bereits nach Hause in Quarantäne geschickt, die Kreißsäle wurden geschlossen, unmittelbar bevorstehende Operationen mussten in andere Krankenhäuser verlegt werden. Schwangere, deren Geburtstermin unmittelbar bevorsteht, müssten sich allerdings keine Sorgen machen, sagte ein KAV-Sprecher. „Die Kapazitäten an den anderen Häusern reichen aus. Alle terminlich fixierten Operationen finden statt“, hieß es.

Die Infektionskette hatte eine Frau ausgelöst, die vor einigen Tagen auf der gynäkologischen Abteilung des Donauspitals stationär aufgenommen wurde, wobei sie zu diesem Zeitpunkt keinerlei Symptome zeigte, die auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hindeuteten. In weiterer Folge trat bei der Patientin jedoch eine einseitige Lungenentzündung auf. Sie wurde daraufhin auf das Coronavirus getestet und war positiv. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Virus auf der Abteilung bereits verbreitet.

Bei Aufnahme symptomfrei

Dass eine einzige Person in relativ großem Ausmaß andere mit dem Virus anstecken konnte, liegt laut KAV-Direktor Binder daran, dass die Frau zum Zeitpunkt der Aufnahme symptomfrei war. Zugleich dürfte sie aber über die Atemluft das Virus stark verteilt haben. Der erste Wiener Corona-Patient – ein älterer Anwalt –, war zehn Tage lang in der Wiener Rudolfstiftung gelegen, bevor die Diagnose feststand. Er dürfte – so wurde heute vermutet – weniger ansteckend gewesen sein, da sich niemand aus dem betroffenen Krankenhaus infiziert hatte. Unterdessen sind Untersuchungen im Gange, ob die im Donauspital Infizierten das Virus weiter verbreitet haben. „Alle relevanten Kontaktpersonen werden ermittelt und überprüft“, hieß es seitens des KAV.

Um die medizinische Infrastruktur und die Spitäler zu schützen, hat die Stadt Wien nun Angehörige aufgefordert, auf Besuche bei Patienten im Spital weitestgehend zu verzichten bzw. diese auf das Nötigste zu beschränken. Ein diesbezügliches Verbot gibt es allerdings noch nicht, man appelliert an das kollektive Verantwortungsbewusstsein. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.03.2020)