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Studie

Jobsuche: Gehalt ist doch nicht so unwichtig

Auf Jobsuche
Auf Jobsuche(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Mehr als die Hälfte der Österreicher ist mit dem aktuellen Job zufrieden, würde sich Angebote dennoch näher anschauen, ergab eine Studie von Willhaben.

Das Gehalt sei nicht so wichtig. Freude müsse der Job machen. Und er müsse als sinnvoll erlebt werden. Stimmt. Doch befragt man Menschen, die in den vergangenen zwölf Monaten auf Jobsuche waren, ergibt sich ein etwas anderes Bild.

Fast ein Drittel der Personen, die sich an der Studie des Onlineportals Willhaben beteiligten, gab den Wunsch nach einem höheren Gehalt als Auslöser für die Jobsuche an. Das gilt besonders für Personen zwischen 40 und 49 Jahren. Das kann unter anderem daran liegen, dass diese Personen bereits volle Verantwortung für Familien tragen.

Über alle Altersgruppen gesehen ist rund ein Viertel auf der Suche nach einer neuen Herausforderung oder will etwas Neues kennenlernen. Die persönliche Weiterentwicklung steht ebenfalls für gut 23 Prozent der Befragten ganz oben. Besonders wichtig ist dieser Aspekt für die 20- bis 39-Jährigen. Auch die fachliche Weiterbildung ist für diese Altersgruppe wesentlich.

(c) Lisa Eberhardsteiner

Weil das Gehalt einer der wesentlichsten Gründe für einen Arbeitsplatzwechsel zu sein scheint, ist es naheliegend, dass es für 44 Prozent aller Umfrageteilnehmer auch zu den wichtigsten Eigenschaften einer passenden Anstellung zählt. 17 Prozent gaben zudem an, dass die Höhe des Gehalts das wichtigste Kriterium ist. Männer nannten die Gehaltshöhe etwas häufiger als Frauen. Etwas häufiger wurde jedoch ein gutes bzw. angenehmes Betriebsklima auf den ersten Platz gewählt – speziell von Frauen. Für 18,5 Prozent aller Befragten ist die Arbeitsplatzatmosphäre am relevantesten. In der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen sind es sogar über 25 Prozent.

Optimaler Arbeitsweg: Weniger als 25 Kilometer

Wiederholt war in den vergangenen Wochen von der geringen Mobilität der Österreicher zu hören. Deshalb untersuchte Willhaben die optimale Arbeitsweglänge. Zwei Drittel aller Befragten sind bereit bis zu 25 Kilometer pro Strecke zu pendeln. Der Anteil an Personen, die mehr als 50 Kilometer zurücklegen würden, ist verschwindend gering (6,4 Prozent). Selbst in Österreichs Osten gibt es große Unterschiede. Knapp 40 Prozent sagen, sie würden maximal bis zu elf Kilometer pendeln. In Niederösterreich und im Burgenland sind Menschen bereit längere Strecken zurückzulegen: Mehr als 53 Prozent würden weiter als 25 Kilometer fahren. Ein möglicher Grund dafür ist, dass viele Personen aus dieser Region in ländlichen Gebieten leben, aber in Wien bzw. in anderen Städten arbeiten.

Mehr als 50 Prozent sind zufrieden mit dem aktuellen Job

Befragt wurden aber auch jene, die im vergangenen Jahr nicht auf Jobsuche waren: Fast 55 Prozent gaben an, mit ihrem aktuellen Job zufrieden und glücklich zu sein. Bei Männern liegt dieser Wert sogar um die 60 Prozent. Auch in der Altersgruppe 40 bis 49 Jahre ist die Zufriedenheit groß. Den höchsten Wert mit mehr als 65 Prozent erzielten Uni- bzw. FH-Absolventen: Ein Viertel dieser Gruppe gibt als Grund an, nicht daran zu glauben, einen besseren Job finden zu können.

(c) Lisa Eberhardsteiner

Passendes Angebot verleitet trotzdem zum Jobwechsel

Obwohl viele Befragte am aktuellen Arbeitsplatz glücklich sind, können sich rund 54 Prozent vorstellen bei einem passenden Angebot den Job zu wechseln. Auch hier gibt es Altersunterschiede. Die Bereitschaft auf jeden Fall Job zu wechseln, nimmt mit zunehmendem Alter ab. Insgesamt ein Drittel der 50- bis 59-Jährigen würde ein passendes Angebot auf jeden Fall ablehnen. Zum Vergleich: In der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre liegt dieser Wert nur bei knapp zehn Prozent.

Jobsuche wird positiv wahrgenommen

Zurück zu jenen Menschen, die zuletzt auf Jobsuche waren. Sie gehen erwartungsvoll (40,3 Prozent), motiviert (36,1 Prozent) und optimistisch (34,4 Prozent) auf die Suche. Lediglich ein Viertel gab Gefühle wie Stress oder Unsicherheit an. Zwar sind Frauen häufiger erwartungsvoll gestimmt als Männer, sie äußerten jedoch auch öfter negative Emotionen. Im Altersvergleich zeigt sich, dass Empfindungen wie Neugier und Ehrgeiz öfter von Befragten bis 29 Jahre genannt wurden. Ältere Personen sind hingegen selbstsicherer. Besonders positiv sind auch die Oberösterreicher und Salzburger gestimmt. Wiener hingegen äußerten überdurchschnittlich oft Emotionen wie Stress oder Unsicherheit.