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Pandemie

Coronavirus: Tschechien und Slowakei machen Grenzen dicht

Kontrollen an der Grenze zwischen Tschechien und Deutschland.APA/AFP/CHRISTOF STACHE
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Prag will Reisende aus Österreich und Deutschland nicht mehr ins Land lassen. Die Slowakei lässt nur mehr Menschen mit heimischem Wohnsitz ins Land.

Reisende aus 15 Staaten, darunter Deutschland und Österreich, dürfen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus nicht mehr nach Tschechien kommen, sagte Tschechiens Innenminister Jan Hamacek am Donnerstag. Das gelte aber nicht für diejenigen, die einen Wohnsitz in Tschechien hätten. Tschechische Bürger, die im benachbarten Ausland arbeiteten, dürften weiterhin die Grenze überqueren. Ansonsten seien Reisen in Risikogebiete verboten.

Auch wird Tschechien ab dem morgigen Freitag zu Mitternacht Kontrollen an der Grenze zu Österreich und Deutschland wiedereinführen. Nach Angaben von Hamacek bleiben zu Österreich und Deutschland nur elf Grenzübergänge offen, die übrigen werden geschlossen. Wenn die Grenzen vollständig geschlossen wären, würde das ein Problem für die Rückkehr tschechischer Bürger aus dem Ausland darstellen, sagte Hamacek.

Zudem erklärte die Regierung in Prag am Donnerstag den Notstand. Er gelte ab sofort für 30 Tage, erklärt Ministerpräsident Andrej Babis. Durch den Schritt solle der Kampf gegen das Virus verstärkt werden. Nach den jüngsten Informationen sind in Tschechien 94 Fälle einer Ansteckung mit dem Coronavirus gemeldet.

Slowakei: 14 Tage in Quarantäne

Österreichs Nachbarland Slowakei schottet sich ebenso ab. Die Regierung teilte mit, den internationalen Bus- und Zugverkehr in das Land zu stoppen. Wer aus dem Ausland zurückkomme, müsste für 14 Tage in Quarantäne, sagt Ministerpräsident Peter Pellegrini. Internationale Flughäfen sollen geschlossen werden, ebenso wie alle Sport- und Freizeitzentren wie Schwimmbäder und Skigebiete. Es werden Grenzkontrollen eingeführt und nur Menschen mit Wohnsitz in der Slowakei ins Land gelassen. Schulen bleiben für 14 Tage geschlossen. Der internationale Frachtverkehr soll aber aufrechterhalten werden.

Auch Dänemark reagierte am Donnerstag: Die Regierung in Kopenhagen rät von sämtlichen Reisen nach Österreich, insbesondere nach Tirol, ab. Tirol befindet sich damit auf der gleichen Warnstufe wie die chinesische Provinz Hubei, die oberitalienischen Regionen Piemont, Aosta, Lombardei, Emilia-Romagna, Venezien und Marche, weiters der Iran und zwei südkoreanische Gebiete.

In der Nacht hatte zudem US-Präsident Donald Trump drastische Maßnahmen angekündigt: Die USA schließen ihre Grenze für Menschen aus dem Schengen-Raum, vorerst für 30 Tage. Die EU-Kommission warnt vor den wirtschaftlichen Folgen.

(APA)