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Virenwelle

Corona-Drive-In-Station in Vorarlberg als Pilotprojekt in Österreich

Corona-Drive-In-Teststation in Röthis. Domenik Maier entnimmt einen Abstrich.VN/Roland Paulitsch
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In der Gemeinde Röthis (Bezirk Feldkirch) steht eine der österreichweit ersten Anlaufstellen für Virentests, wo potenziell Erkrankte mit dem Auto zufahren können und an ihnen ein Speichelabstrich gemacht wird. Man muss sich zuvor allerdings unbedingt anmelden.

Der Mann am Steuer hält einen Zettel an die Windschutzscheibe. "9" hat er darauf geschrieben. „Die Nummer 9 ist da", gibt der Polizist an der Einfahrt per Funkgerät durch. Der Autofahrer wird hereingelassen. Ein paar Minuten später ist alles erledigt. Nummer 9 darf die Heimfahrt antreten.

Der Bericht sowie die Fotos wurden der „Presse" dankenswerterweise von den Vorarlberger Nachrichten zur Verfügung gestellt. Er wurde bearbeitet und ergänzt von Wolfgang Greber ("Die Presse").

>>> Hier zum Originalbericht

Aufgrund der sich zuspitzenden Coronaviruslage hat Vorarlberg die Virentestmöglichkeiten dieser Tage im Rahmen eines österreichweit vorbildlichen Pilotprojekts ausgeweitet. Seit Donnerstag kann man sich in einer Drive-In-Station im „Frutzpark" im Industriegebiet von Röthis (Bezirk Feldkirch) an der Bundesstraße 190 zwischen Rankweil und Götzis testen lassen. Doch aufs Gelände kommt nur, wer zuvor vom Roten Kreuz einen Anruf und eine entsprechende Nummer erhalten hat.

Idee aus Deutschland und Südkorea

Bisher wurden die Virentests über ein mobiles Probenannahmeteam abgewickelt. "Jedes Mal, wenn sie den Ort gewechselt haben, mussten sie aus der Schutzkleidung heraus. Ein Mitarbeiter hatte dann die glorreiche Idee, zu schauen, was es sonst noch alles gibt", berichtet der Vorarlberger Rotkreuz-Direktor Roland Gozzi. Die Drive-In-Idee wurde aus Deutschland übernommen, wo bereits mehrere solcher Teststationen in Betrieb sind, vor allem in Vorarlbergs Nachbarregionen Bayern und Baden-Württemberg. Diese Initiativen wurzelten wiederum in Teststationen in Südkorea.

Mittlerweile (Stand Donnerstagabend) hat in Österreich auch in Innsbruck ein solches Testzentrum eröffnet, konkret auf dem Parkplatz beim Baggersee Rossau am Ostrand der Stadt.

Laut der Vorarlberger Landespressestelle und Rotkreuz-Direktor Gozzi ist das Prozedere, um einen Anstau von unnötig Testwilligen zu vermeiden, konkret so: Eine Person meldet sich bei der Gesundheitshotline 1450 und erklärt ihre Lage. Bei einem begründeten Verdacht (etwa Erkältungssymptome nach Reisen nach China, Italien, in Tiroler Schigebiete etc.; bekannte Coronafälle im persönlichen Umfeld) erfolgt die Erfassung im System und eine Beurteilung durch die Landessanitätsdirektion, ob ein Test erfolgen soll oder nicht.

Wenn ja, wird eingeschätzt, ob die Person fahrtüchtig ist. Wenn ja, wird ein Zeitfenster zugewiesen, um bei der stationären Abnahmestelle in Röthis vorbeizufahren, wie Gozzi erläutert.

Polizeisperre vor Testgelände

Die Polizei wird informiert und lässt dort aufs Gelände zufahren. Wer die Polizeikontrolle zum ehemaligen ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum passiert hat, fährt unter ein Vordach. Dort wartet ein Rotkreuz-Mitarbeiter in Schutzkleidung, der durch das heruntergelassene Autofenster mit so etwas wie einem extrem langen Wattestäbchen einen Rachenabstrich nimmt. "Anschließend fährt der Patient wieder nach Hause und begibt sich weiter in Quarantäne, bis der Bescheid vorliegt", ergänzt Gozzi.

Polizeikontrolle an der Zufahrt.VN/Roland Paulitsch

Der Drive-In ist von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends geöffnet. Pro Stunde können gut 20 Personen getestet werden. Das Ergebnis liegt in etwa 24 Stunden vor.

Abnahme des Speichel-Abstrichs. (Die konkret fotografierte Frau ist eine Rotkreuz-Mitarbeiterin und kein wirklicher Verdachtsfall.)VN/Roland Paulitsch

Die ersten knapp 30 Test, die am ersten Tag durchgeführt wurden, seien alle "relativ unspektakulär" verlaufen, erzählt der Tester Domenik Maier (30) aus Dornbirn. „Wir sind gut darauf vorbereitet worden. Und die Leute nehmen es recht gelassen." Das Team besteht aus rund 15 hauptberuflichen Rotkreuzmitarbeitern. Aus Sicherheitsgründen wurde auch alles, was mit dem Hygienetransport rund um das Coronavirus zu tun hat, auf dem Areal in Röthis zusammengezogen.

VN/Roland Paulitsch

Die Gesundheitsholine 1450 hatte laut Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher zuletzt (Zahlen vom Mittwoch/Donnerstag) mehr als 1400 einschlägige Anrufe erhalten. Ein reibungsloser Ablauf der Tests im Frutzpark sei gewährleistet, das betonte Landesrat Christian Gantner (zuständig u. a. für Inneres und Sicherheit): „Es zeigt sich einmal mehr, dass wir in Vorarlberg sehr professionelle Einsatzkräfte haben, dass sich die gute Vorbereitung auf solche Situationen gelohnt hat und sich die Bevölkerung in guten Händen fühlen kann!"

Aktuelle Fallzahlen der Landessanitätsdirektion

Laut aktuellsten Zahlen der Vorarlberger Landessanitätsdirektion vom Donnerstagnachmittag waren zuletzt 190 Verdachtsfälle aufgetreten, davon wurden 145 negativ getestet, 29 sind noch in Abklärung. 16 Personen mit Corona und 69 ihrer Kontaktpersonen stehen unter zumeist häuslicher Quarantäne.

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