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Gewinn bei Lenzing bricht ein

Ein Gewinneinbruch macht dem Faserhersteller zu schaffen.
Ein Gewinneinbruch macht dem Faserhersteller zu schaffen.(c) Ein Gewinneinbruch macht dem Faserhersteller zu schaffen.
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Jahresüberschuss 2019 reduzierte sich um mehr als ein Fünftel auf rund 115 Mio. Euro. Die Dividende wird gekürzt.

Wien. Der oberösterreichische Faserkonzern Lenzing hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 unter anderem wegen historisch niedrigen Faserpreisen einen Gewinneinbruch um mehr als ein Fünftel verzeichnet. Die Gewinnausschüttung für die Aktionäre wird daher drastisch von fünf auf einen Euro je Aktie gekürzt. Für das Jahr 2020 erwartet der Vorstand aus derzeitiger Sicht, dass das Ergebnis unter dem Niveau von 2019 liegen wird.

 

Schwer prognostizierbar

„Die Nachfrage auf den globalen Fasermärkten ist derzeit wegen der Ausbreitung des Coronavirus, das insbesondere in China weite Teile der textilen Wertschöpfungskette lahmlegt, schwer prognostizierbar“, heißt es im Ausblick.

Der Jahresüberschuss lag im vergangenen Jahr mit 114,9 Mio. Euro um rund 22 Prozent unter dem Vorjahreswert von 148,2 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich von 382 auf 327 Mio. Euro.

Lenzing hatte bereits im Jänner vorläufige Ergebniszahlen bekannt gegeben. Damals verwies das Unternehmen auch auf außerplanmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit dem vorübergehend gestoppten Ausbau von Lyocellfasern in den USA. Lenzing wollte sein Werk dort ausbauen, entschied sich dann aber dafür, sich auf Thailand zu konzentrieren und dort die Anlage zu bauen.

Niedrige Faserpreise sowie ein Rückgang bei der Absatzmenge für Standardfasern sorgten im Geschäftsjahr 2019 für einen Umsatzrückgang um 3,3 Prozent auf 2,11 Mrd. Euro. Der Anteil der Spezialfasern stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 45,5 auf 51,6 Prozent. Der über 7000 Mitarbeiter zählende Konzern will in Zukunft mehr Spezialfasern produzieren, weil er daran besser verdient als an Viskosefasern. Der Viskosemarkt ist zudem sehr volatil.

 

Zweischneidiges Virus

Gegenüber der Coronavirus-Epidemie ist Lenzing übrigens gespalten: Einerseits habe das Unternehmen im Hygienebereich gerade ein „unglaublich starkes Wachstum“, anderseits herrsche auch Verunsicherung am Markt, sagte Lenzing-Chef Stefan Doboczky. Fast ein Drittel der Lenzing-Fasern geht in Produkte des Kosmetik- und Hygienebedarfs, der größte Bereich sind dabei Wischtücher.  (APA/est)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.03.2020)