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Kreisky hatte anderes zu tun

„Danke für die Einladung“ oder: Wie devot müssen Politiker vor Fernsehkameras sein?

Kaum ein Interview im ORF, bei dem die Politikerinnen und Politiker nicht unmittelbar nach der gegenseitigen Begrüßung die devote Formel „Danke für die Einladung“ herunterhaspeln. Selbst Wissenschaftler, die nicht zur Wahl stehen, sondern als Experten zu einem Thema befragt werden, beeilen sich, ihren Dank dafür zum Ausdruck zu bringen. Wieso eigentlich?

Früher, in der in manchen Dingen mehr, in anderen weniger guten alten Zeit, war man als Journalist froh, wenn ein Verantwortungsträger (© Werner Kogler) zu einem Gespräch zur Verfügung stand. Selbstverständlich war das nicht, denn die oder der hatte schließlich Wichtigeres zu tun. Einen Bruno Kreisky etwa bat man um ein Interview und bedankte sich artig, wenn es gewährt wurde. Heute, so scheint es, haben Politiker nichts Wichtigeres mehr zu tun, als Interviews zu geben. Publizität ist offenbar zur ersten Politikerpflicht geworden. Da darf man sich doch fragen: Was ist da passiert? – Oder mit Armin Wolf: Ist das g'scheit? Vor allem wenn man bei ihm auf dem Büßerstuhl in der ZIB 2 Platz nimmt, handelt es sich ja eigentlich um keine Ein-, sondern um eine Vorladung.