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Stilfrage

Corona-Cocooning in der Quarantäne

(c) Getty Images
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Ein alter Trend für neue Maßnahmen.

Daheim sein, nicht hinausgehen, die Welt außen vor lassen: Cocooning – sich „verpuppen“ – hieß ein Wohntrend, der vor wenigen Jahren angesagt war. Treffen mit Freunden? Konzert? Ausflug? Uninteressant. Es galt, sich aus der Gesellschaft und Öffentlichkeit in das häusliche Privatleben zurückzuziehen.

Eine Option, die derzeit wenig Alternativen hat. Die Wohnung wird zur verordneten Burg, aus der es mitunter – in Quarantäne – kein Entweichen gibt. Selbst als Gesunder wird Pflicht, was sonst als verschroben gilt.

Was also als (Klein-)Kinderloser tun, um in der Abgeschiedenheit nicht zu versauern? Cocooning gibt Rat: Es sich so schön wie möglich zu machen – „Bionade-Biedermeier“ zu leben, wie der Trend auch genannt wurde. Origami, malen, Rezepte ausprobieren. Endlich Fotos downloaden und ordnen. Oder tief in Büchern, Filmen und eigenen Projekten versinken. Denn wer braucht schon die Welt, wenn er sie zu Hause hat?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.03.2020)