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Erdbeobachtung

Italiens Luft wird sauberer

Screenshot der ESA-AnimationESA
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Der europäische Satellit „Copernicus Sentinel-5P“ hat einen deutlichen Rückgang bei Substanzen wie Stickoxid in der Atmosphäre über Italien und anderen Regionen Europas gemessen. Hauptgrund sind die Beschränkungen wegen der Coronapandemie.

Die tödliche Virenwelle hat in Italien, das nach China bisher am stärksten betroffen ist, auch positive Auswirkungen: Daten des europäischen Erdbeobachtungssatelliten „Copernicus Sentinel-5P" zeigen, dass die Luftverschmutzung in all ihren Formen deutlich zurückgegangen ist, speziell im Bereich der Stickoxid-Emissionen.

Der Rückgang ist besonders über dem Norden messbar, dem industriellen Herzland Italiens, und deckt sich laut ESA mit der Verringerung der industriellen und gewerblichen Tätigkeiten sowie des Verkehrs infolge der extremen Notstandsmaßnahmen im Kampf gegen Corona. Wie eine Animation der ESA zeigt, sind bessere Luftwerte auch in anderen Regionen Europas erkennbar, etwa über England, Norddeutschland, den Benelux-Ländern, über Madrid und Paris.

Übrigens ist auch in China, dem Hauptherd der Pandemie, wegen der zahlreichen Beschränkungen von Wirtschaft und Verkehr seit längerem eine deutliche Luftverbesserung festgestellt worden.

Hier die Animation, die sich auf Stickoxidemissionen seit Jahresbeginn und bis 11. März bezieht.

Josef Aschbacher, der aus Tirol stammende Direktor des ESA-Erdbeobachtungsprogramms, betonte, dass das diesbezügliche System „Tropomi", ein Spektrometer auf dem Satelliten, das heute empfindlichste Gerät zur Bestimmung von Atmosphärengasen und Luftverschmutzung aus dem All sei. „Solche Messdaten, die wegen unserer offenen Informationspolitik weltweit und frei verfügbar sind, können wichtige Informationen für Bürger und Entscheidungsträger sein."

Sentinel-5P, gebaut vom britischen Zweig des europäischen Astrium-Konzerns (heute Airbus Defence and Space), wurde 2017 von einem russischen Startplatz aus ins All gebracht und ist auf Atmosphärenforschung spezialisiert. Tropomi (das steht für Tropospheric Monitoring Instrument) kann zahlreiche Substanzen messen, etwa auch Ozon, Methan, Formaldehyd, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Wasserdampf. Das Gerät wurde in den Niederlanden gebaut.

>>> Link zur ESA

>>> Link zu Tropomi

Sentinel-5PESA