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Maßnahmen gegen Covid-19

Anschober schließt Ausgangssperren erneut aus

Gesundheitsminister Rudi Anschober kündigt den Ausbau von Intensivbetten und Unterkünften an.APA/GEORG HOCHMUTH
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Gesundheitsminister Rudi Anschober schließt erneut Ausgangssperren für die Zukunft aus. Zudem kündigte er zusätzliche Unterkünfte und Intensivbetten an.

Im Zuge der drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus zerstreute Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) Ausgangsperren erneut die Sorge um mögliche Ausgangssperren in Österreich: Im Interview mit dem Ö1-Mittagsjournal am Samstag schloss Anschober diese „nach allen jetzigen Einschätzungsmöglichkeiten“ aus und kündigte indes den Ausbau von Intensivbetten und Unterkünften für leichtere Fälle an.

Die „Strategie des Zeitgewinns“ solle die exponentielle Anstiegskurve bei den Erkrankungen - derzeit liegt sie täglich bei 40 bis 50 Prozent - soweit dämpfen, dass „der Höhepunkt der Entwicklung in einen Zeithorizont kommt, wo wir erstens möglicherweise ein Medikament haben, das direkt spezifisch angewendet werden kann und wir auch die Grippewelle, die nach unseren Erfahrungen immer circa Ende März abflacht, überstehen und übertauchen.“ Derzeit gebe es in Österreich rund 100.000 Menschen mit Grippe oder grippeähnlichen Erkrankungen.

Hoffnung auf baldiges Medikament

Der Gesundheitsminister sei überzeugt, dass zunächst ein Medikament auf den Markt komme, bevor mit einer Impfung gerechnet werden könne: „Ich wäre wirklich sehr, sehr glücklich, wenn es die Impfung bis Jahresende, Anfang des nächsten Jahres geben würde. Das sind die Prognosen, die uns seitens der Wissenschaft vorgelegt werden.“ 

Was die Situation in Österreichs Spitälern anbelangt, so versicherte Anschober, dass mit Voraussicht gehandelt werde - beispielsweise durch die Verschiebung nicht dringender Operationen. Geplant sei auch der ausreichende Einkauf von Schutzmaterial, wie beispielsweise Schutzbrillen.

Doch das sei ein Problem, da der Weltmarkt im Augenblick „leer“ sei. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch das Vorgehen Deutschlands, das ebenso wie Frankreich ein Exportverbot für diese Materialien verhängt hat. „Aus meiner Sicht geht das nicht. Das ist völlig unsolidarisch“, sagte Anschober. Zumindest sei es gelungen, dass es nun in Deutschland einen Erlass gebe, das Lkw dazu befähigt, die Zulieferung von Gesichtsmasken zu den Spitälern“ zu ermöglichen.

Mehr Intensivbetten in ganz Österreich

Zur Aufstockung der Intensivbetten in Österreich (in Wien soll es 700 zusätzliche geben) konnte Anschober keine Details liefern. „Jedes zusätzliche Bett ist ein Gewinn und ein Erfolg“, sagte er. „Deswegen arbeiten wir auf Länderebene derzeit ganz intensiv daran, dass wir diese Strukturen aufstocken und wir unterstützen sie aber auch, diese neuen Strukturen zusätzlich zu schaffen.“ Es gebe Bereiche und Flächen, die jederzeit umgebaut werden könnten. Dabei verwies er auf die Wiener Messe, in der aktuell ein Betreuungszentrum für leichte Erkrankungsfälle umfunktioniert werden kann. In anderen Bundesländern könnte dies beispielsweise ein leerstehendes Hotel sein: „Da wird es unterschiedliche Lösungsansätze geben. Wichtig ist, dass wir jetzt ausreichend Potenzial schaffen.“ 

(APA)