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Marie (12) und Paul (10) müssen kommende Woche von zu Hause aus die Schule bewältigen.
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"Coronaferien"

Wer kümmert sich nun um die Kinder?

Die sogenannten Coronaferien werden zur Herausforderung, Eltern müssen Kinderbetreuung und Jobs koordinieren – am besten ohne die Hilfe der Großeltern.

Ferdinand geht gern in den Kindergarten. Der Vierjährige hat dort schon einige Freunde, er mag das Essen und die Ausflüge. In den nächsten Wochen aber werden er und seine Schwester Felicia (2) viel Zeit zu Hause verbringen. Ihre Mutter, Fiorina, hat vor wenigen Tagen noch eine kleine Tochter zur Welt gebracht. Die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus wäre für die beiden Großen im Kindergarten zu hoch.

Wie Fiorina den Alltag mit zwei Kleinkindern und einem Neugeborenen organisieren wird, weiß sie noch nicht so genau. Das Wochenbett – also jene Zeit, die Mutter und Kind mit Kuscheln und Kennenlernen verbringen sollten – fällt aus. Auch die Großeltern können nicht helfen. Der Vater hat eine Krebserkrankung und zählt somit zur absoluten Risikogruppe; zudem ist er bereits über 70 Jahre alt. Die Mutter, die gemeinsam mit dem Vater lebt, würde ihre Enkel zwar gern weiter betreuen – doch auch sie hat Angst vor einer Ansteckung, die sie an ihren Mann weitergeben könnte. „Es geht mir schlecht, weil ich meine Tochter in dieser Zeit nicht unterstützen kann“, sagt Fiorinas Mutter. Immerhin konnte sie ihre jüngste Enkeltochter schon einmal kurz besuchen – im Gegensatz zum Großvater, der das Baby bisher nur von Bildern kennt.

Kein Klopapier. Selbst der tägliche Einkauf wird für Fiorina jetzt zur Herausforderung. „Ich werde online bestellen“, sagt sie. Klopapier etwa sei aber vielfach schon vergriffen. Zum Spielplatz will die Mutter nicht gehen – trotz des angesagten schönen Wetters. „Dort könnten sich die Kinder im schlimmsten Fall doch auch anstecken.“

Fiorina ist mit ihren Sorgen nicht allein. Viele Eltern müssen sich ob der de facto geschlossenen Schulen und Kindergärten nun Lösungen für die Kinderbetreuung ausdenken. Die Großeltern, sofern sie welche haben, fallen meist aus, weil sie oft zur Hochrisikogruppe zählen. Doch wohin dann mit den Kindern? Kindergärten, Volksschulen und Unterstufen haben zwar offen – aber eher als Notmaßnahme, wenn sich Berufstätige nicht anders organisieren können.