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Diskuswerfer Weißhaidinger trainiert jetzt auf dem eigenen Hof

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Der WM-Dritte Lukas Weißhaidinger ist Österreichs größte Hoffnung für die Sommerspiele 2020. Auch der Oberösterreicher hat die Hoffnung auf Tokio noch nicht verworfen. Und dafür geht er nun ganz andere, eigene Wege.

Taufkirchen an der Pram. Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger ist Sonntagnachmittag mit einem ausgeliehenen Bus aus Oberösterreich in die Südstadt gereist, um diesen mit wichtigen Trainingsgeräten zu beladen. Er wird wegen der Corona-Verordnungen in der kommenden Zeit daheim am Hof seines Bruders in Taufkirchen an der Pram trainieren - "zwischen Fuchs und Hase", so wie er es früher immer gemacht hat.

Ein kleines feines Trainingszentrum mit beheizbarer Wurfhalle und kleinem Fitnessraum hat sich Weißhaidinger mit familiärer Hilfe daheim gebaut. Die Geschichte ist mittlerweile legendär, dass er im Winter den Diskus ins aufgehängte Netz geknallt hat, und im Sommer durch das geöffnete Rolltor in die Wiese. Die freilich vom Bruder ständig gemäht werden musste.

Mittlerweile findet der WM-Bronzemedaillengewinner im Bundesleistungszentrum in der Südstadt beste Trainings- und Regenerationsmaßnahmen sowie spezielle Kraftmaschinen vor. Ein paar dieser für ihn so entscheidenden Puzzlestücke für den Erfolg holte er sich nun nach Hause. Dazu zählen u.a. Hanteln, Disken, Kugeln, Stäbe, Hantelscheiben, die richtigen Schuhe, Strümpfe für Regeneration und das Kältebecken plus Aggregat.

Denn auf Massagen und Physiotherapie muss der 28-jährige Weißhaidinger wie alle Sportler derzeit wegen der Ansteckungsgefahr verzichten, umso wichtiger sind - notfalls improvisierte - regenerative Maßnahmen, um Verletzungen vorzubeugen.

"Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, es gibt ständig neue Maßnahmen. Das oberste Ziel ist, gesund zu bleiben. Es ist für mich aber ganz wichtig, dass ich in einen normalen Trainingsalltag und Rhythmus komme und weiter trainiere. Mit Stand jetzt finden die Olympischen Spiele statt und darauf will ich mich bestmöglich vorbereiten, sagte Weißhaidinger im Gespräch mit der APA. Notfalls werde es halt ein Training aus dem Kofferraum werden.

Da er bereits für die Sommerspiele qualifiziert sei, habe er es einfacher als all jene, die dies noch vor sich haben und bei denen jetzt möglicherweise das Schwimmbecken gesperrt ist. "Aber sicher, es gibt Sachen, die sind momentan wichtiger. Jeder muss seinen Beitrag leisten, der springende Punkt ist, dass möglichst viele Leute die sozialen Kontakte minimieren, daheimbleiben und das aussitzen."

Er wollte betonen, dass Sportler zu sein, sein Beruf sei. Und er sein Geld dafür bekomme, bei Olympia zu starten und Österreich dort so gut wie möglich zu vertreten. Mit seinem Trainer Gregor Högler werde er per Skype kommunizieren und alles so gut es geht optimieren. "Ich werde zum Beispiel eine zweite Kamera aufstellen, dass er von der Seite zuschauen kann. Ich will die Sache, so gut es geht, meistern."

Bis die Sportstätten dann wieder aufgesperrt werden. "Man darf nicht vergessen, dass das unser Arbeitsplatz ist. Es wird jetzt schwierig werden, den Fokus zu behalten", vermutet der ÖLV-Rekordler.

Denn die Situation jetzt sei ein Ausnahmezustand, wie es auch die Regierung gesagt habe. "Es müssen alle mithelfen. Wenn alle zusammenhelfen, schaffen wir das. Das Virus ist eine unsichtbare Gefahr. Wir müssen es so schnell wie möglich eindämmen." Vielleicht schade es auch einmal nicht, mit den Lieben daheim zu sein und runterzukommen. Der eine oder andere Spieleabend im kleinsten Kreis wird folgen.