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Finanzwesen

"Wenn es mehr Geld braucht, wird es mehr Geld geben"

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
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Finanzminister Blümel kündigt neben dem Vier-Milliarden-Krisenfonds auch zwei Milliarden Euro für Garantien an. In Österreich sei der Zahlungsverkehr gesichert.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) verkündete am Montagmorgen einen „Schulterschluss“ der österreichischen Banken und der Nationalbank (OeNB) in der Coronavirus-Krise. Zwei Milliarden Euro soll es über die Kontrollbank für Kredite geben, erklärte Blümel. Bereits am Samstag hatte die Bundesregierung ein Hilfspaket für die Wirtschaft vorgestellt - in der Höhe von vier Milliarden Euro.

Der Bankensektor zeige eine große Bereitschaft für Kreditstundungen und flexible Handhabung von Kreditkosten, so der Finanzminister.

Die Bargeldversorgung und der Zahlungsverkehr in Österreich sei gesichert, versicherte Blümel neben OeNB-Gouverneur Robert Holzmann und dem Obmann der Bankensparte in der Wirtschaftskammer, Andreas Treichl, bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Wien im Bundeskanzleramt.

„Erwarte keinen Bank-Run“

Die Österreicher hätten in den letzten Tagen zwei- bis dreimal soviel Bargeld abgehoben als sonst üblich, sagte Holzmann. Die rund 9000 Bankomaten würden bei Bedarf nachgefüllt. "Seien Sie versichert, Österreich ist in der Lage den Bargeldbedarf ausreichend sicherzustellen", sagte der Gouverneur. "Ich erwarte keinen Bank-Run." Zahlungsverkehr und IT-Systeme der Banken seien zudem gesichert.

Holzmann verwies auch auf die bereits getroffenen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB). Es werde sicher weitere Maßnahmen geben, wenn es nötig sei. "Wenn notwendig, werden sicher die nächsten Schritte folgen".

Treichl meinte, er halte es nicht für notwendig, dass in der aktuellen Situation alle Bankfilialen geöffnet bleiben. Dies liege aber in den Händen der jeweiligen Bank. Man werde in der kommenden Zeit sehen, wie viel Bedarf an direkter Kundenbetreuung notwendig sei, so Treichl. Banken gehören neben etwa Lebensmittelläden und Apotheken zu jenen Einrichtungen, die durch die Regierungsverordnung zur Coronakrise nicht geschlossen werden.

"Die Banken sind in der Lage, ein starker und stabiler Partner der Unternehmen in dieser Krisensituation zu sein", sagte OeNB-Vizegouverneur Gottfried Haber. Es gebe Puffer, die aufgebaut worden seien - diese stünden nun zur Verfügung und könnten die Liquidität der Unternehmen sicherstellen, so Haber. "Österreichs Bankmarkt und Österreichs Finanzmarkt sind stabil."

Budgetdefizit nicht abschätzbar

Wie hoch das öffentliche Budgetdefizit angesichts der staatlichen Hilfspakete letztlich ausfallen werde, sei nicht abschätzbar, sagte Blümel. Dies liege an der Dauer und Intensität der Coronavirus-Krise. Die Höhe des staatlichen Hilfe für die Wirtschaft - die aktuell bei vier Milliarden liegt - sei nicht in Stein gemeißelt: „Wenn es mehr Geld braucht, wird es mehr Geld geben“, so Blümel.

Spätestens ab nächsten Montag solle es für Unternehmen möglich sein, zusätzliche Gelder zu beantragen. Der Bankensektor solle zumindest für den Zeitraum der Krise „entbürokratisiert“ werden - etwa bei der Kreditbewilligung, so Blümel: „Ein Zweizeiler reicht, um einen Kreditantrag zu stellen.“ 

(APA/Red.)