Paris Hilton ist unter großem Rummel in Südafrika angekommen, Leonardo DiCaprio still und heimlich. Für die Organisatoren kommt das wie gerufen - der große Auflauf von Hollywoods A-Liste ist allerdings ausgeblieben.
Entspannt lächelt Paris Hilton in die Kameras am kleinen Flughafen Lanseria. Die Hotelerbin ist soeben in Johannesburg gelandet, hunderte Schaulustige und ebenso viele Journalisten haben sich eingefunden. Da die ganz großen Stars der WM bislang noch nicht die Ehre gegeben haben, wird ein Besuch der US-Blondine schnell zum medialen Großereignis.
Die 29-Jährige wusste freilich schon im Vorfeld die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Am Tag vor ihrer Abreise informierte sie die Medien von ihrer geplanten Ankunft. Auch ihr Gepäck hatte sie schon beisammen. Sie stellte ein Bild von sich mit 13 großen Taschen auf die Internetplattform Twitter. Darunter ließ sie Interessierte wissen: „Habe mir viele schöne Dinge für meine Reise gekauft.“ Hilton plant, bis zum Finale am 11. Juli in Südafrika zu bleiben.
Für die Organisatoren kommt das wie gerufen. Zwar haben sich schon einige Stars wie der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, Sänger Mick Jagger oder Schauspieler John Travolta sehen lassen. Der große Auflauf von Hollywoods A-Liste ist allerdings ausgeblieben. Seit Turnierbeginn wartet man beispielsweise auf Brad Pitt. Bislang vergeblich.
Einige der Stars, die gekommen sind, haben wiederum ihr Fett für soziales Engagement abbekommen. Shakira etwa, die das Turnier singend eröffnete, ließ sich beim Besuch einer Schule im Township Soweto ablichten. Alles nur zum Schein, kritisierten Kommentatoren. Anstatt zu helfen sei die Kolumbianerin nur darauf bedacht, in den Medien aufzuscheinen.
Immerhin – Paris Hilton lässt Südafrika nicht im Stich. Die Schauspielerin – als solche wird sie in einigen Zeitungen Johannesburgs bezeichnet – gab sogar Bilder aus ihrem Privatjet an die Medien weiter. In einem Doppelbett mit eingebautem Sitzgurt absolvierte sie den 20 Stunden langen Flug, gemeinsam mit ihrer Schwester Nicky.
Auch wenn Paris Hilton weder in den USA noch sonst wo zur A-Liste der Prominenten zählt: Für Gerüchte und Schlagzeilen ist sie allemal gut. So will das „New England Sports Network“ wissen, dass sie bereits einen Anruf von Cristiano Ronaldo erhalten habe. Der Portugiese ist nach dem Ausscheiden seines Teams noch nicht nach Hause geflogen. Immer wieder wird über ein Techtelmechtel der beiden gemunkelt.
Als Hilton Donnerstagabend im Johannesburger Stadtteil Rosebank zum Essen auftauchte, hatte sie den Fußballer jedenfalls nicht dabei, sehr zur Enttäuschung der südafrikanischen Klatschmedien. Doch den Reportern kam Leonardo DiCaprio zu Hilfe. Völlig überraschend und ohne Vorankündigung erschien der Schauspieler kurz nach der Hotelerbin in dem Restaurant. „Reiner Zufall“, wie DiCaprio schnell versicherte.
Im Gegensatz zu Hiltons Aufenthalt im WM-Austragungsland ist über jenen DiCaprios sehr wenig bekannt. Der Amerikaner, der sich vor seinem Kinofilm „Blood Diamond“ wochenlang in Südafrika aufhielt, um den dem Land eigenen Akzent einzustudieren, war noch bei keinem Spiel zu sehen. Auch wo er wohnt und wie lange er bleiben will, ließ er sich nicht entlocken.
Nur, dass er mit Paris Hilton nicht Abend essen wollte, war südafrikanischen Medien zufolge relativ offensichtlich. Er habe eine Zigarre geraucht, mit einer Kellnerin gescherzt und das Lokal ziemlich schnell wieder verlassen.
AUF EINEN BLICK
■Reich durch Aufmerksamkeit: 250 Millionen Dollar soll Paris Hilton mit Lächeln und Posen verdient haben. Der Kulturmontag am 12. 7. widmet sich dem Phänomen. 12. 7., 22.30 Uhr, ORF 2.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.07.2010)