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Ölcrash

Russland rechnet mit Milliardeneinbrüchen

Die russische Regierung rechnet mit milliardenschweren Wirtschaftsschäden durch den Ölcrash und die Coronavirus-Krise. Ein Reservefonds soll Tourismus und Fluglinien vorerst stützen.

Die russische Regierung geht davon aus, dass der Ölcrash und die Coronavirus-Krise zu Belastungen für die Wirtschaft in Milliardenhöhe führen werden. „Alleine bei Öl und Gas rechnen wir angesichts der jetzigen Preise damit, dass die Einnahmen um knapp drei Billionen Rubel einbrechen werden", sagte der russische Finanzminister Anton Siluanow am Mittwoch in Moskau.

Das wäre ein Einbruch von circa 36 Milliarden Euro für die bereits durch Sanktionen geschwächte Wirtschaft. Um die Öl- und Gas-Branche zu schützen, müsse das Land auf die Reservefonds der Regierung zurückgreifen, sagte Siluanow. Aber auch die Wirtschaftszweige in den Regionen und auch kleinere Betriebe müssten unterstützt werden, sagte der Minister der Agentur Tass zufolge. „Ohne staatliche Unterstützung werden die Branchen einfach nicht überleben“, heißt es.

Rubel auf dem Tiefpunkt

In Russland hatte sich Anfang März die wirtschaftliche Lage durch den Crash der Ölpreise sehr verschärft. Der Rubel verlor daraufhin gegenüber dem Euro und dem US-Dollar massiv an Wert. Noch im Jänner gab es für einen Euro in den Wechselstuben 68 Rubel, am Mittwoch mehr als 86. Das war der schwächste Rubel-Wert seit rund vier Jahren.

Die russische Regierung hatte in der Coronavirus-Krise bereits angekündigt, die Wirtschaft mit einem Reservefonds von vorerst 300 Milliarden Rubel zu unterstützen. Vor allem die Tourismusbranche und Fluglinien sind schwer betroffen.

(APA)