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Verkehrschaos

Super-Stau an deutsch/polnischer Grenze: Bundeswehr im Einsatz

Ein unglaublicher Stau von 60 km Länge auf der Autobahn A4 von Dresden an die polnische Grenze.imago images/Bernd März
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Mehr als 60 Kilometer Stau auf Autobahn A4 in Sachsen wegen Grenzkontrollen, bis zu 20 Stunden Wartezeit. Deutsche Armee versorgt Wartende mit Lebensmitteln, Getränken und Decken.

Wegen chaotischer Zustände auf der ostdeutschen Autobahn 4 (Dresden-Görlitz) vor der Grenze zu Polen soll die Bundeswehr zum Einsatz kommen. Wie von der sächsischen Landesregierung zu erfahren war, wollen Soldaten schon am Mittwochnachmittag Menschen mit Lebensmitteln, Getränken und Decken versorgen.

Tausende müssen seit Dienstag in einem auf rund 60 Kilometer Länge angewachsenen Stau vor der Grenze ausharren. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mussten die Betroffenen bis zu 20 Stunden auf die Einreise warten, darunter viele Familien. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte deshalb mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer telefoniert und um Hilfe gebeten. Daraufhin setzte sich das Landeskommando Sachsen der Bundeswehr in Bewegung, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Kretschmer hatte am Mittwochvormittag in einer Regierungserklärung auf die Situation auf der A4 aufmerksam gemacht. Die Entscheidung Polens für Grenzkontrollen ohne ausreichende Vorplanung und Organisation habe zu einer "ganz schwierigen Situation" geführt. "15 Minuten für die Abfertigung eines einzelnen Lkw sind nicht geeignet, diese Situation zu lösen. Hier muss die polnische Seite schneller reagieren."

Schauplatz: der Abschnitt der A4 zwischen Dresden und der polnischen Grenze.Screenshot Google Maps

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hatte Polen am Wochenende an Grenzübergängen zu Deutschland Kontrollen eingeführt. Ähnliche, doch kürzere Staus gab und gibt es auch an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn, speziell auf der Ostautobahn. Die Situation wurde durch die regelrechte Fluchtbewegung Tausender Menschen aus Osteuropa, die in Österreich und anderen EU-Ländern arbeiten, in ihre Heimat verschärft.

(DPA)