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„Hier sterben wir wie Schweine, wie Hunde“

Kein Platz mehr für Särge: In und um Bergamo hat die Coronapandemie bereits Hunderte Opfer gefordert.
Kein Platz mehr für Särge: In und um Bergamo hat die Coronapandemie bereits Hunderte Opfer gefordert.(c) APA/AFP/PIERO CRUCIATTI
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In Bergamo transportien Soldaten massenhaft Särge ab. In Italien sind schon mehr Menschen an Covid19 gestorben als in China.

Bergamo/ Wien.  Gespenstisch ruhig ist es in Bergamo. Es herrsche eine „surreale Stille“, die nur vom Geheule der Krankenwagen-Sirenen unterbrochen werde, schildert Luigi Tommasini (47) im Telefonat mit der „Presse“. Von all dem Schrecken draußen, den hunderten Covid19-Toten, überlasteten Spitälern und Krematorien, „erfahren auch wir nur über Medien oder Erzählungen von Freunden. Wir bleiben eingesperrt in unseren Häusern.“

Tommasini arbeitet in der Finanzbranche, jetzt nur von seinem Haus im norditalienischen Bergamo aus. Seine neunjährige Tochter lebt in London, täglich schicken sie sich virtuelle Küsse. Seine Mutter wohnt in einem benachbarten Dorf, er trifft sie nicht, um sie vor dem Erreger zu schützen. „Ich bringe ihr nur den Einkauf vor die Haustür“. Es sei aber die Generation seiner Mutter, die „Alten“, die jetzt den Menschen am meisten Mut machten. „Sie haben die Nachkriegszeit erlebt. Sie sind stark. Sie erzählen uns vom Aufbau. Wir in Bergamo lernen von Klein an: Den Satz ,ich schaffe es nicht‘ darf man nicht sagen.“