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Rohstoffe

Brent-Ölpreis deutlich gestiegen

Die Ölpreise haben am Freitag ihre Erholung vom Vortag vorerst fortgesetzt, nachdem sie am Mittwoch auf ein 18-Jahres-Tief gesackt waren. Der Goldpreis stieg ebenfalls an.

Die Notmaßnahmen führender Notenbanken im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise vom Vortag wirkten weiter stützend auf die Kursentwicklung. Der Brent-Ölpreis ist am Freitagvormittag deutlich höher gelegen als am Vortag. Der als wichtige Ölpreisbenchmark geltende Future auf die Rohölsorte Brent notierte gegen 11 Uhr bei 30,41 Dollar je Barrel (159 Liter). Das entspricht einem Aufschlag von mehr als sieben Prozent.

„Der Ölmarkt bleibt von einer extremen Volatilität geprägt", beschreibt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch die aktuelle Lage in seinem Tageskommentar. Nach seinen Verlusten zu Wochenbeginn habe der Brent-Preis begonnen, sich zu stabilisieren und kletterte zuletzt über die wichtige Marke von 30 Dollar. Dabei handelt es sich laut Fritsch jedoch vor allem um eine technische Gegenbewegung.

Notmaßnahmen ergriffen

Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank von Japan (BoJ) als auch andere Notenbanken hatten am Donnerstag mit Notmaßnahmen eingegriffen, um einen Zusammenbruch der Wirtschaft zu verhindern. Die EZB kündigte ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro an, während die BoJ dafür 1,3 Billionen Yen (11 Mrd. Euro) ausgeben will.

„Zusätzlichen Aufwind gaben gestern Meldungen, wonach die USA in den Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland eingreifen könnten", erläuterte Fritsch zudem. „Zunächst forderten einige Senatoren ein Ende des Preiskriegs und brachten einen Einfuhrstopp für Öl aus Saudi-Arabien und Russland ins Spiel. Später sprach auch US-Präsident Trump davon, sich „zu gegebener Zeit" der Sache anzunehmen".

Niedrige Ölpreise gefährden Position der USA

Der Präsident dürfte vor allem versuchen, eine protektionistische Haltung aufgrund der Gefährdung der US-Schieferölindustrie einzunehmen. Denn die niedrigen Ölpreise treffen diese empfindlich und gefährden damit auch die Position der USA als weltgrößten Ölproduzenten. „Schon seit längerer Zeit wird im US-Kongress ein Gesetz diskutiert, das gegen Preis- und Mengenabsprachen am Ölmarkt vorgehen soll und den betreffenden Staaten mit empfindlichen Strafen droht", erklärte der Commerzbank-Experte.

Der Goldpreis stieg ebenfalls. Im Londoner Goldhandel wurde heute gegen 11 Uhr die Feinunze (31,10 Gramm) bei 1.506,62 Dollar (nach
1.471,23 Dollar am Donnerstag) gehandelt.

(APA)