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Coronakrise

Kurzarbeit bei Strabag und Thalia

Die Baustellen der Strabag stehen still.
Die Baustellen der Strabag stehen still.APA/EXPA/Johann Groder
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Im „Corona-Kurzarbeitsmodell" können Unternehmen längere Zeiträume mit null Arbeitsstunden überbrücken. Nun gaben auch die Strabag und Thalia bekannt, in nächster Zeit auf Kurzarbeit zu setzen.

Wifo-Arbeitsmarktökonom Helmut Mahringer rechnet damit, dass das neue Coronavirus-Kurzarbeitsmodell von den heimischen Unternehmen gut angenommen wird. „Für diese Krise mit einem zeitlich befristeten Produktionsausfall ist Kurzarbeit prädestiniert. Im Jahr 2009 waren in Spitzenzeiten rund 65.000 Personen in Kurzarbeit. Diesmal werden die Zahlen deutlich über 2009 liegen", sagt Mahringer. Auf Prognosen, wie viele Österreicher genau auf Kurzarbeitergeld angewiesen sein werden, will sich der Wifo-Ökonom derzeit nicht einlassen.

Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise schickten in Österreich mehr als 500 Unternehmen - vor allem aus der Sachgüterindustrie - ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit. Damals kostete die Maßnahme zur Verhinderung von Massenarbeitslosigkeit den Staat für 2009 rund 129 Millionen Euro.

Die Krisen 2009 und 2020 sind für den Ökonomen nicht vergleichbar. „Die Coronavirus-Krise ist anders als die Wirtschaftskrise 2008/09. Damals war es ein Nachfrageausfall in der Sachgüterindustrie, diesmal ist es eine Zwangspause für verschiedene Bereiche. Unser großer Problembereich ist diesmal besonders der Dienstleistungssektor", sagt Mahringer.

Drei Monate Kurzarbeit in der Strabag

Österreichs größter Baukonzern, die Strabag, wird für zunächst drei Monate Kurzarbeit anmelden, wie das börsennotierte Unternehmen am Freitag mitteilte. Man reagiere damit umgehend auf das neue Corona-Kurzarbeitszeitmodell der Regierung. Das „Gespenst der Kündigung aller Mitarbeitenden" ist damit vom Tisch, und darüber bin ich sehr froh", sagt Strabag-Chef Thomas Birtel.

Bis zur Schaffung der neuen Bedingungen habe man das Risiko für das Unternehmen mit seinen tausenden Arbeitsplätzen verringern müssen und die Mitarbeiter zunächst „höchst vorsorglich beim Frühwarnsystem des AMS angemeldet".

Wie viele Mitarbeiter von der Kurzarbeit betroffen sein werden
und um welche Bereiche es gehe, werde in den nächsten Tagen
entschieden, hieß es aus der Strabag. Die Einstellung aller österreichweit rund 1.000 Baustellen hat die Strabag bereits am Mittwoch mitgeteilt. Die Strabag hat in Österreich rund 11.000 Mitarbeiter, konzernweit sind es fast 77.000.

Thalia forciert den Onlinehandel umso mehr

Die Buchhandelskette Thalia reagiert ebenfalls mit Kurzarbeit auf die Corona-Krise. Daneben wird versucht, so viel Umsatz wie möglich in den Onlinehandel zu verlegen, um die Ausfälle in Grenzen zu halten. Als bekannt wurde, dass die Geschäfte schließen, sei es auch bei Thalia zu Großeinkäufen durch manche Kunden gekommen, sagt Thalia-Österreich-Geschäftsführer Thomas Zehetner.

„Wenn die Situation nicht so wäre, wie sie jetzt ist, wären wir auch 2019/20 mit einem sehr guten Geschäftsjahr unterwegs gewesen", schilderte Zehetner. Man lag auf einem Kurs von 3 Prozent Umsatzplus beim stationären und 4 Prozent Plus beim Onlinehandel.

Nun sind aber seit 16. März die Geschäfte zu. „Wir werden Kurzarbeit machen", kündigte Zehetner an, man sei mittendrin in der Planung. „Wir werden einige Zeit bis zu Null Prozent gehen." Er halte die Möglichkeit, die die Regierung geschaffen hat, für „eine sehr gute Lösung". Ein kleiner Teil der rund 750 Leute starken Thalia-Belegschaft arbeitet bereits seit einiger Zeit im Home Office, für die Mitarbeiter in den Shops sei das aber nicht möglich.

(APA)