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Über 4000 Tote

Coronavirus: Rekordanstieg an Toten und schärfere Ausgangssperren in Italien

Italienisches Notspital in einem Zelt
Italienisches Notspital in einem ZeltAPA/AFP/MIGUEL MEDINA
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Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer und der Infizierten in Italien ist wieder sprunghaft angestiegen. 627 mehr Todesopfer als am Vortag wurden am Freitag in Italien gemeldet. Insgesamt sind 37.800 infiziert und 4032 Personen verstorben.

Italien ist weiterhin weltweit das Land mit den meisten Coronavirus-Toten. Die Zahl der Infizierten kletterte von 33.190 auf 37.860 Menschen. 19.185 Infizierte befinden sich in Heimisolierung. 2655 liegen auf der Intensivstation, das sind sieben Prozent aller Infizierten, teilte Italiens Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Freitag in Rom mit.

Die meisten Todesopfer waren bereits von anderen Krankheiten belastet. 5129 Menschen sind inzwischen genesen. In der Lombardei, die von der Coronavirus-Epidemie am stärksten betroffene Region Italiens, stieg die Zahl der Todesopfer auf 2549, das sind rund 380 mehr als am Donnerstag.

Die Zahl der Infizierten lag in der Lombardei nun bei 22.264. 7735 Menschen liegen im Krankenhaus, davon 1.050 auf der Intensivstation. "Wir erleben weiterhin eine kontinuierliche Steigerung bei der Zahl der Todesopfer und der Infizierten", gab der lombardische Gesundheitsbeauftragter Giulio Gallera zu. In Friaul stieg die Zahl der Todesopfer auf 38, jene der Infizierten auf 656. In Südtirol gab es bisher 17 Tote und 548 Infizierte.

Ausgangssperre verschärft

Im Rahmen einer Verschärfung der seit vergangener Woche geltenden Ausgangssperre hat die italienische Regierung am Freitag die landesweite Schließung von Parks, Grünflächen und Spielplätzen beschlossen. Diese Maßnahmen hatten die mehrere italienischen Städte, darunter Rom und Mailand, bereits in den vergangenen Tagen ergriffen.

Verboten sind auch Freizeitaktivitäten außer Haus, geht aus der neuen Verordnung der Regierung hervor, die bis zum 25. März gilt. Sport im Freien ist zwar weiterhin erlaubt, allerdings nur in der Nähe der eigenen Wohnung. Die Sicherheitsdistanz von einem Meter von anderen Personen muss eingehalten werden. Lebensmittelgeschäfte auf Bahnhöfen werden geschlossen. Reisen zu Ferienwohnungen sind verboten.

3.359 Sanitäter haben sich inzwischen in Italien am Covid-19 infiziert. Das sind zehn Prozent aller in Italien gemeldeten Infektionsfälle, geht aus Angaben des Ärzteverbands Fnomceo hervor, der die Daten des italienischen Gesundheitsinstituts ISS unter die Lupe nahm. Die Zahl der infizierten Sanitäter sei in zwei Tagen um 659 gestiegen.

Die schärferen Maßnahmen wurden ergriffen, nachdem die Zahl der Coronavirus-Todesopfer und der Infizierten in Italien wieder sprunghaft angestiegen. 627 Todesopfer mehr als am Vortag wurden am Freitag in Italien gemeldet - ein Rekordzuwachs seit Beginn der Epidemie. Die Zahl der Todesopfer stieg damit auf 4.032 Personen, teilte der Zivilschutz in Rom mit.

Emotionaler EU-Brief: "ALLES WIRD GUT"

Angesichts der dramatischen Coronavirus-Krise in Italien hat EU-Ratschef Charles Michel sich in einem emotionalen Brief an den italienischen Präsidenten Sergio Mattarella gewandt. Darin sichert er dem Land europäische Solidarität zu und bringt Bewunderung für das italienische Krisenmanagement zum Ausdruck.

Italien ist weltweit das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten wegen des Coronavirus. Am Freitag teilte der Zivilschutz in Rom mit, dass die Behörden in nur einem Tag rund 600 neue Coronavirus-Tote registriert haben. Damit stieg die Zahl der Todesopfer der Virus-Pandemie auf 4.032.

"Wir beobachten mit Emotion und Respekt die Vorreiterrolle der italienischen Behörden bei der Bewältigung der Krise, mit zeitnahen, umfassenden und sozial bedeutenden Maßnahmen, um die Ausbreitung der Infektion zu begrenzen", heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Brief von Charles Michel.

Zu einer Zeit in der manche das Ausmaß der Bedrohung möglicherweise unterschätzten, habe Italien einen unerschrockenen Sinn für Weitsicht, Einheit und Widerstandsfähigkeit gezeigt. Italiens Antwort auf die Krise sei ein Vorbild für viele andere Länder.

Er, Michel, wolle durch den italienischen Präsidenten eine "einfache und von Herzen kommende Botschaft" übermitteln: "ITALIEN IST NICHT ALLEIN." Am Ende des Briefes schreibt der Belgier, Italien und Europa würden stärker als zuvor aus der Krise hervorgehen. "Wie man es aus allen Ecken Ihres wundervollen Landes widerhallen hört: ALLES WIRD GUT."

(APA)