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Coronavirus

Bundesheer hat 1,6 Millionen Masken aus Vogelgrippe-Zeiten freigegeben

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SymbolbildAPA/BARBARA GINDL
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Seit Februar wurden tausende Grippemasken aus dem Jahr 2006 auf ihre Tauglichkeit geprüft. Das Haltbarkeitsdatum wurde zwar bereits 2016 überschritten, doch insgesamt wurden 1,6 Millionen Masken für den Gebrauch freigegeben.

Das Bundesheer hat seit Februar tausende Grippemasken aus der Zeit der Vogelgrippe 2006 auf ihre Tauglichkeit geprüft und sie trotz überschrittenem Haltbarkeitsdatum (2016) für brauchbar befunden. Dieser Befund erfolgte in einem extrem aufwendig Verfahren. Insgesamt wurden 1,6 Millionen Masken für den Gebrauch freigegeben.

Geprüft wurden die Masken vom Amt für Wehrtechnik. Ingenieure des Bundesheeres arbeiten bis zu zehn Stunden täglich daran, heißt es in einem Bundesheer-Bericht, der der APA vorliegt. Die Prüfung einer Maske dauerte zwölf Minuten, so dass in einer Stunde fünf Masken geprüft wurden. Dazu waren jeweils immer ein Techniker und ein Proband gemeinsam im Team. Es wurden über 240 Probanden eingesetzt.

Aufwendiges Verfahren

Die Prüfung der Masken erfolgten in einem eigens präparierten Messraum, in dem die Luft mehr als 25 Grad Celsius hatte und mit einem Salz-Aerosol gesättigt war. Das war erforderlich, um die Dichtheit der Schutzmasken zu prüfen. Diese aufbereitete Atemluft stellte sowohl für die Probanden als für die Techniker eine hohe körperliche Belastung dar. Nach einer bestimmten Anzahl an Tagen mussten zwingend Ruhepausen mit Aufenthalt im Freien eingelegt werden.

Gemessen wurde mit zwei britischen Messgeräten, die mit jeweils zwei Schläuchen die Aerosolkonzentration hinter und vor der Maske verglichen. Da dazu die Maske mit einem Einweg-Schlauchanschlussstück durchstoßen werden mussten, waren die Stichproben danach zerstört. Für jede gelieferte Charge wurde eine bestimmte Menge an Masken, die geprüft wurden, ausgewählt.

Es wurde mehrmals gemessen. Im ersten Vorgang wurde der Sitz der Maske bei normaler Prüfung getestet. Beim zweiten und dritten Prüfschritt wurde durch bestimmte Kopfbewegungen der Sitz geprüft, danach kam Sprechen, Gymnastik, ruhiges Atmen oder tiefes Atmen. Die Tests haben ergeben, dass ein überwiegender Teil der Masken viel länger haltbar sind als bisher angenommen. Einige Masken stellten sich allerdings als Fehlkonstruktionen heraus und wurden aus dem Verkehr gezogen. Es wurde über 50 verschiedene Typen getestet, wobei eines der besten Produkte ein österreichisches war, das den zehnfachen Grundschutzwert aufwies.

Bisher wurden über 1.400 Einzelproben durchgeführt, wobei jede Prüfung nicht nur durchgeführt, sondern auch protokolliert werden musste.

(APA)