Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Football

Das blühende Geschäft mit den Quarterbacks

Die Qualitäten von Superstar Drew Brees sind in New Orleans immer noch gefragt.
Die Qualitäten von Superstar Drew Brees sind in New Orleans immer noch gefragt.USA TODAY Sports
  • Drucken

Alternde Stars wie Tom Brady (42) und Drew Brees (41) können sich mit dem Gedanken an das Karriereende immer noch nicht anfreunden. Ihr Verbleib in der NFL sorgt für zusätzliches Gedränge auf dem Transfermarkt.

New York/Wien. Tom Brady, Philip Rivers, Nick Foles, Teddy Bridgewater – das Quarterback-Karussell dreht sich aktuell so schnell wie wohl nie zuvor in der nordamerikanischen Football-Liga NFL. Fast ein Drittel der 32 Teams könnte mit einem neuen Spielmacher in die nächste Saison gehen. Die Deals und Spekulationen dazu liefern derzeit auch Unterhaltung für die Fans einer Liga, die wie geschaffen ist für den alternden Quarterback.

In der besten Football-Liga der Welt ist es eine Seltenheit, dass so viele Spielmacher auf dem Markt und offenbar auch bereit für einen Wechsel sind. Der aufsehenerregendste Transfer gelang den Tampa Bay Buccaneers, die Superstar Brady von seinen New England Patriots weg ins sonnige Florida lockten. Rivers wechselte von den Los Angeles Chargers zu den Indianapolis Colts, Foles schloss sich den Chicago Bears an.

Ebenfalls neue Heimstätten fanden Bridgewater, der bei den Carolina Panthers andockte, Marcus Mariota bei den Las Vegas Raiders und Case Keenum bei den Cleveland Browns. Theoretisch zu haben gewesen wären auch Drew Brees, der aber wie erwartet bei den New Orleans Saints blieb, und Ryan Tannehill von den Tennessee Titans.

Noch auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sind Cam Newton (Carolina), Jameis Winston (Tampa Bay), Andy Dalton (Cincinnati Bengals) und Joe Flacco (Denver Broncos). Hinzu kommt, dass bis zu drei beim NFL-Draft im April erhältlichen Quarterback-Talenten das Potenzial zum sofortigen Starter vorausgesagt wird. Allen voran Joe Burrow von der Louisiana State University, der in fast allen Prognosen als Nummer eins gehandelt wird.

 

„Fremdgehen“ zum Ausklang

In Summe könnten im September, falls die neue Spielzeit plangemäß beginnen kann, an die zehn Teams von einem neuen Regisseur geleitet werden als am Ende der Vorsaison. Im Fall Brady wird der Umstellungseffekt sicher einige Zeit benötigen, diktierte der Kalifornier doch 20 Jahre das Geschehen bei den Patriots, die er sechsmal zum Super-Bowl-Triumph führte.

Doch dass verdiente Quarterbacks ihre Karriere woanders ausklingen lassen als dort, wo sie den für ihre Fans gottgleichen Status erlangten, ist nicht neu. 49ers-Legende Joe Montana spielte zum Abschied bei den Kansas City Chiefs, Packers-Haudegen Brett Favre ging noch mit den New York Jets und den Minnesota Vikings, also sogar mit zwei Teams „fremd“. Und Michael Jordan – ein kleiner Seitenblick zum Basketball – beendete seine Laufbahn nicht bei den Chicago Bulls, sondern bei den Washington Wizards.

Oft wurde in den vergangenen Tagen die Frage gestellt, warum Brady es nicht einfach bleiben ließ und seinen Rücktritt erklärte. Mit bald 43 Jahren ist er in einem Alter, in dem kein NFL-Quarterback mehr über längere Zeit Starter bei einem Team war. Saints-Lichtgestalt Brees ist 41, Rivers hat wie Pittsburgh-Quarterback Ben Roethlisberger seinen 38. Geburtstag hinter sich. Die Armstärke all dieser Herren mag zwar nachlassen, Motivation und Ehrgeiz sind aber immer noch vorhanden. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2020)