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Das Hotel Intercontinental als Quarantäne-Station?

Das Hotel Intercontinental am Heumarkt.
Das Hotel Intercontinental am HeumarktFabry
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Unternehmer Michael Tojner bietet Wien das Hotel Intercontinental für Risikopersonen und medizinisches Personal an. Die Infrastruktur sei perfekt geeignet. Die Stadt Wien will die Nutzung prüfen.

Normalerweise diskutieren Unternehmer Michael Tojner und die Stadt Wien über den Neubau des Hotels Intercontinental und die Neugestaltung des Wiener Heumarkts. Nun können sie über eine neue Nutzung des Hotels sprechen: Tojner hat am Sonntag der Stadt Wien beziehungsweise dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) bei Bedarf das Hotel angeboten.

1000 Betten in 530 Zimmern

In einem Email, das der „Presse“ vorliegt, schreibt Tojner: „Die Situation stellt uns alle vor besondere Herausforderungen. Ich möchte in diesen Zeiten der Krisenbewältigung einen Beitrag leisten und Ihnen das Hotel Intercontinental am Heumarkt zur Verfügung stellen. Wir haben über 530 Zimmer mit rund 1000 Betten - diese Infrastruktur ist perfekt geeignet, um z.B. zusätzlichen Krankenhauspersonal aus den Bundesländern; Pflegerinnen oder für Risikopersonen in Einzelunterbringung eine bestmögliche Quarantäne zu ermöglichen und die Akut-Spitäler des KAV zu entlasten.“ Gemeinsam mit seinem Hotel-Team vor Ort wolle er ein klares Zeichen setzen, dass ganz Wien zusammenhalten und die Krise Hand in Hand bewältigt werde.

Wien will Nutzung prüfen

Aus dem Büro von SP-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker hieß es auf „Presse“-Anfrage man bedanke sich für das Angebot und werde prüfen, für welche Zwecke das Hotel verwendet werden könne. Ein Sprecher Tojners teilte mit, dass mit dem KAV nun ein Besichtigungstermin vereinbart werde.

Verzicht auf den 66 Meter hohen Turm

Tojner hatte mit seinem umstrittenen Hochhausprojekt am Heumarkt für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem die UNESCO mit dem Entzug des Weltkulturerbes für die Wiener Innenstadt wegen des ursprünglich geplanten Hochhausprojekts am Heumarkt gedroht hatte, kam es kurz vor Weihnachten zu einem Kompromiss zwischen dem Projektbetreiber Tojner und der Stadt Wien. Tojners Wertinvest verzichtete auf den geplanten 66 Meter hohen Turm, will dafür jedoch die entfallende Kubatur möglicherweise in anderen Bereichen realisieren, etwa mit einer Erhöhung des geplanten Hotels.

 

(win)