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Aktienmärke

Europas Börsen starten mit Verlusten in die Woche

Die europäischen Leitbörsen tendierten am  Montag Vormittag mit deutlichen Abschlägen. Damit konnten die Märkte die Stabilisierung zu Ende der Vorwoche nicht prolongieren.

 Gegen 10.00 Uhr notierte der Euro-Stoxx-50 um deutliche 3,53 Prozent im Minus bei 2.458,51 Punkten. Der DAX in Frankfurt verlor ebenso klare 4,19 Prozent auf 8.554,70 Zähler. In London sackte der FTSE-100 um 4,43 Prozent ab und stand bei 4.960,70 Einheiten. Der ATX in Wien wurde gegen 9.45 Uhr mit 1.889,54 Punkten nach 1.889,19 Einheiten am Freitag errechnet, das ist ein Mini-Plus von 0,35 Punkten bzw. 0,02 Prozent.

Während mehrere asiatische Länder wie etwa Südkorea oder China weiterhin rückläufige Zahlen bei den Neuinfizierten melden, hält das Sars-CoV-2-Virus Europa fest im Griff. Vor allem Italien ist von dem Coronavirus besonders stark betroffen. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte sprach am Samstagabend von der "schwersten Krise für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg".

Nach Angaben von Wissenschaftern der John-Hopkins-Universität in den USA sind mittlerweile weltweit rund 330.000 Menschen an dem Coronavirus erkrankt. An der neuartige Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus hervorgerufen wird, sind bereits knapp 14.400 Menschen gestorben.

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise werden am heutigen Montag erneut die Wirtschafts- und Finanzminister der Europäischen Union (EU) eine Videokonferenz abhalten. Um den EU-Mitgliedsstaaten freie Hand bei der Krisenbewältigung zu gewähren, schlug die EU-Kommission zuletzt vor, erstmals die europäischen Schulden- und Defizitregeln auszusetzen. Es wird erwartet, dass die EU-Länder dem Vorschlag zustimmen.

In den USA kündigte der Präsident Donald Trump in der Vorwoche ein umfassendes Konjunkturpaket zur Stützung der Wirtschaft während der Coronakrise an. Die Verhandlungen um das Paket in Höhe von mehr als einer Billion Dollar (900 Milliarden Euro) sind jedoch ins Stocken geraten. Aufgrund größerer Differenzen bei der Ausgestaltung der Wirtschaftshilfen, blockierten die Demokraten im US-Senat das federführend von Republikanern erstelle Paket.

Konjunkturdatenseitig stehen zu Wochenbeginn die aktuellen Zahlen zum Verbrauchervertrauen in der Eurozone für den Monat März an. Experten rechnen hierbei mit einem deutlichen Rücksetzer von minus 6,6 auf minus 14,0 Punkte.

Besonders schwer trifft die Coronakrise weiterhin die Luftfahrtbranche. Zahlreiche Airlines stellten aufgrund der weltweiten Reisebeschränkungen den Flugverkehr teilweise oder ganz ein. Auch der europäische Flugzeughersteller Airbus bekommt die Turbulenzen zunehmend zu spüren. Die Airbus-Aktien fielen am Montagvormittag mit herben Abschlägen von 8,72 Prozent an das Ende des Euro-Stoxx-50.

Ebenso deutliche Verluste mussten die Anteilsscheine des belgischen Brauereikonzerns Anheuser-Busch (minus 7,51 Prozent) wegstecken. Nach der jüngsten Erholung gehörten die Titel zu Handelsstart zu den größten Verlierern im Eurozonen-Leitindex.

Als einer der wenigen Gewinner im Euro-Stoxx-50 stiegen die Titel des niederländischen Lebensmittelkonzerns Ahold Delhaize um rund 4 Prozent.

(APA)