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Schulpolitik

Erster Zeitplan für die Maturanten

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP)
Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP)APA/HERBERT NEUBAUER
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Die Zentralmatura startet am 19. Mai mit dem Fach Deutsch, gefolgt von Englisch und Mathematik. Zumindest Maturanten sollen daher Anfang Mai wieder zur Schule gehen.

Anfang Mai also. Spätestens dann soll der Schulbetrieb zumindest für Maturanten wieder losgehen. Denn für den geplanten Beginn der Zentralmatura in der Woche ab dem 18. Mai braucht es laut Bildungsminister Heinz Faßmann eine gewisse Vorlaufzeit. „Zwei Wochen wären ratsam“, so der Minister bei einer Pressekonferenz am Montag im Kanzleramt. Die Maturanten müssten „wieder in den Schulmodus kommen“.

In diesen 14 Tagen möge man sich „auf das Notwendigste beschränken“. Wenn etwa die letzte Mathe-Schularbeit 2019 stattgefunden habe, solle es eine Schularbeit geben: „Das muss dann aber keine vierstündige sein. Es reicht auch eine dreistündige, um wieder hineinzukommen.“ Das Ministerium will auch dafür sorgen, dass es zu keiner Überlastung kommt. So könnten etwa nur dort Schularbeiten stattfinden, wo die Schüler auch zur schriftlichen Matura antreten.

Entfallen können außerdem die eigentlich vorgesehenen öffentlichen Präsentationen der vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) bzw. Diplomarbeiten. Bewertet wird stattdessen die ohnehin schriftlich abgegebene Arbeit selbst. Im Falle einer drohenden negativen Note könne der Schüler aber von sich aus auf einer Präsentation bestehen.

Die Zentralmatura selbst soll am 19. Mai mit dem Fach Deutsch starten, dann folgen Englisch und Mathematik. Die korrekturintensiven Fächer werden vorgezogen. Mit diesem Rahmenplan sei ein regulärer Abschluss der Reifeprüfungen möglich. Anders gesagt: Für Maturanten endet das Schuljahr am 3. Juli (Osten) bzw. am 10 Juli (Westen).

Betreuung auch in der Karwoche

Wann der Schulbetrieb für alle anderen wieder beginnt, ließ Faßmann offen. Das hänge von der Gesamtsituation ab. Die derzeit an den Schulen für Sechs- bis 14-Jährige angebotene Betreuung nimmt nur rund ein Prozent der Schüler in Anspruch. Ausgewählte Schulen werden auch in der Karwoche für Sechs- bis 14-Jährige offenhalten. Derzeit läuft dazu eine Bedarfserhebung durch die Direktoren. Gedacht sei dies vor allem für Kinder von Eltern in systemerhaltenden Berufen, so der Minister. Man werde die Schultore aber auch nicht schließen, wenn etwa Kinder aus Krisensituationen anklopfen. Für Lehrer ist die Betreuung in dieser Zeit freiwillig – es hätten sich bereits Pädagogen dafür gemeldet, so Faßmann. Die Gewerkschaft würde dies auch grundsätzlich unterstützen.

Eine in der Vorwoche im Auftrag des Bildungsministeriums durchgeführte Umfrage unter Lehrern und Eltern (insgesamt 800 Personen) ergab, dass 93 Prozent der Lehrer und 81 der Eltern die Schulschließungen als richtigen Schritt empfinden. Freilich gebe es aber Probleme „beim Lernverband zu Hause“, allerdings nur bei etwa 23 Prozent der Befragten. Für den Minister besonders „interessant“: Je jünger die Schüler, desto häufiger gebe es Schwierigkeiten. Und: Väter seien kritischer bezüglich der Maßnahmen.

Lehrer und Eltern geteilter Ansicht

Wahrnehmungsunterschiede gibt es bei der Frage, wie die „Fernlehre“ von den Schulen vorbereitet wurde. So gaben 100 Prozent der Lehrer an, sie hätten Unterrichtsmaterialien ausgegeben. Aber nur 94 (Volksschule) bzw. 85 Prozent (AHS/HTL, HAK) der Eltern bestätigen das. 84 Prozent der Lehrer sagen außerdem, sie hätten Lernpläne verteilt. Was aber nur 75 (Volksschule) bzw. 60 Prozent (AHS/HTL/AHS) der Eltern so wahrgenommen haben. Aufgaben werden übrigens signifikant öfter per Mail oder auf Papier verteilt als über Online-Lernplattformen, Apps oder Kommunikationskanäle wie SchoolFox.

Die technischen Voraussetzungen für das Lernen daheim sind aus Sicht der Mehrheit der Befragten sowohl an den Schulen als auch daheim gegeben, allerdings haben neun Prozent der Eltern Unterstützungsbedarf bei der technischen Ausstattung (PC, Drucker, Internet). In Summe habe der „Übergang zum Distance Learning funktioniert“, so Faßmann. Die Schüler bekämen ihre Unterlagen über diverse Plattformen und würden diese erarbeiten.

Die Ausstattung mit Internet sei in Österreich gut, allerdings werden derzeit Gespräche geführt, wie man – sollte die Ausnahmesituation länger andauern – sozial benachteiligte Haushalte unterstützen könnte, sodass Kinder keinen Lernnachteil hätten. „Das ist auch ein Auftrag, unsere Digitalisierung-Offensive, dann, wenn es möglich ist, wieder verstärkt anzugehen.“ 

(hell/APA)