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Kräftige Erholung an den Börsen

Die Börse in Tokio zog am Dienstag kräftig an.
Die Börse in Tokio zog am Dienstag kräftig an.(c) APA/AFP/KAZUHIRO NOGI (KAZUHIRO NOGI)
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Die zusätzlichen Konjunkturhilfen in den USA sorgen für ein Aufatmen an den internationalen Märkten. Manche börsen verzeichnen sogar ein historisches Plus.

Die Ankündigung zusätzlicher Konjunkturhilfen der US-Notenbank Fed löst eine Erleichterungsrally an den asiatischen Börsen aus. Der japanische Nikkei-Index stieg am Dienstag um 7,1 Prozent auf 18.092 Punkte und die Börse Shanghai gewann zwei Prozent auf 2714 Zähler. Die Börse Seoul legte knapp neun Prozent zu, so stark wie zuletzt während der Turbulenzen nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Der neuseeländische Aktienmarkt verbuchte mit einem Plus von 7,2 Prozent sogar den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

Die europäischen Leitbörsen haben sich am Dienstagvormittag durch die Bank mit klaren Gewinnen präsentiert.  Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.30 Uhr mit plus 5,10 Prozent bei 2.612,19 Einheiten. Der DAX in Frankfurt stieg um klare 5,74 Prozent auf 9.242,81 Punkte und damit über die psychologisch wichtige Marke von 9.000 Zählern. In London zeigte sich der FTSE-100 mit plus 3,52 Prozent bei 5.169,90 Punkten.

Die Wiener Börse hat sich am Dienstag ebenfalls mit deutlich positiver Tendenz präsentiert. Der ATX legte am Vormittag um 8,30 Prozent auf 2037 Punkte nach zu.  Dabei lieferten Konjunkturdaten alles andere als ein beruhigendes Bild: Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone ist als Folge der Coronavirus-Krise dramatisch eingebrochen. Wie das Marktforschungsinstitut IHS Markit am Dienstag in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex im März um 20,2 Punkte auf 31,4 Zähler. Das ist ein Rekordtief. Selbst der bisherige historische Tiefststand aus Zeiten der Finanzkrise wurde klar unterboten.

An die Spitze des ATX setzten sich die Papiere des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann (SBO). Sie sprangen um 22 Prozent nach oben und wurden wegen der hohen Volatilität zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt. Ebenfalls deutlich fester tendierten die Aktien des Branchenkollegen OMV, die um 13,77 Prozent auf 25,69 Euro anzogen. Die Wertpapierexperten der Berenberg Bank haben ihr Kursziel für die Aktien des heimischen Öl- und Gaskonzerns von 60 auf 33 Euro fast halbiert. Die Kaufempfehlung für die OMV-Papiere bestätigten die Analysten in der am Montag vorgelegten Sektorstudie jedoch.

In einem durch und durch positiven Umfeld trieben auch die besonders starken Indexschwergewichte den ATX nach oben. Der Kurs der Erste Group zog um 12,65 Prozent an und die Titel der Raiffeisen Bank International (RBI) verteuerten sich um 12,81 Prozent.

Skepsis bleibt

Am Montag hatte es noch anders ausgesehen. Die politische Uneinigkeit in Washington über ein billionenschweres Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise hatte die Aktienkurse erneut belastet. Anleger reagierten mit Enttäuschung. Der Dow Jones Industrial verlor am Montag 3,04 Prozent. Er weitete damit die Verluste der desaströsen Vorwoche aus und fiel auf den tiefsten Stand seit November 2016.

Doch in der nacht wendete sich das Blatt. Die geplanten Wertpapierkäufe der Fed in unbegrenzter Höhe beflügeln die Kurse, sagte Anlagestratege Mathan Somasundaram vom Brokerhaus Blue Ocean. "Aber ich bin mir nicht sicher, ob die Erholung anhält." Weltweit haben Regierungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie das öffentliche Leben drastisch beschnitten. Experten rechnen daher mit einer scharfen Rezession.

In Japan hofften Börsianer darauf, dass die dortige Notenbank dem Beispiel der Fed folgen und ihre Wertpapierkäufe ebenfalls ausweiten wird. Zu den größten Gewinnern zählte Softbank. Die Aktien des Technologie-Investors stiegen den zweiten Tag in Folge um knapp 20 Prozent. Das Unternehmen hatte zur Stützung des abgestürzten Aktienkurses den Verkauf von Beteiligungen im Volumen von umgerechnet bis zu 38 Milliarden Euro und ein Rekord-Aktienrückkaufprogramm angekündigt.

 

(APA/red.)