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Coronakrise

Supermarktketten schütten Millionen an Prämien aus

imago images/Ralph Peters
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Sie werden in der derzeitigen Corona-Krise als Heldinnen und Helden gefeiert: Die Beschäftigten in den Supermarktketten. Nun winken ihnen Prämien.

Der Salzburger Handelskonzern Spar hat bereits gut drei Millionen Euro an die durch den ersten Riesenkundenansturm vorerst besonders getroffenen Mitarbeitergruppen ausgeschüttet, hieß es auf APA-Anfrage. Bei Rewe (Billa, Merkur, Penny, Bipa) bekommen alle 40.000 Beschäftigten in den Filialen, Lagern und der Logistik in den nächsten Tagen einen "Danke-Bonus" auf ihre Mitarbeiterkarte aufgebucht. In Summe macht das Unternehmen dafür einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag locker. "Wir sagen nicht nur Danke für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser schwierigen Ausnahmesituation, sondern wir honorieren ihr Engagement zugleich in finanziell spürbarer Weise", so das Unternehmen in einer Stellungnahme.

Auch beim Diskonter Hofer bekommen die Beschäftigten im Verkauf und in der Logistik eine Bonuszahlung, die zusätzlich zum Gehalt ausgezahlt wird. "Uns ist bewusst, dass unsere Mitarbeiter derzeit wirklich Außergewöhnliches leisten. Eine Mehrarbeit in diesem Ausmaß mit derart großartigem Engagement zu meistern, ist nicht selbstverständlich", so Hofer-Chef Horst Leitner laut einer Aussendung.

Zwei Drittel der Beschäftigten im österreichischen Handel sind weiblich. Das kollektivvertragliche Mindestgehalt für Vollzeitangestellte liegt derzeit im alten Kollektivvertrag bei 1675 Euro brutto pro Monat, im neuen KV macht es 1714 Euro brutto aus. Allerdings arbeitet ein Großteil Teilzeit.

Sonderprämien auch in Deutschland

Auch in Deutschland wollen Supermärkte und Discounter offenbar das Engagement ihrer Beschäftigten in der Coronakrise würdigen und ihnen Prämien zahlen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) schlug am Dienstag steuerfreie Sonderzahlungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "auf freiwilliger Basis" vor. Der Verband nannte keine Branchen und keine Zahlen.

In der Coronakrise sind derzeit vor allem Lebensmittelgeschäfte und Drogerien geöffnet. In Frankreich haben erste Handelsketten bereits steuerfreie Prämien von 1000 Euro für Verkäufer angekündigt.

Der HDE richtete in einem Brief den Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Sonderzahlungen von der Steuer zu befreien. Denn solche Sonderzahlungen könnten dazu führen, dass die Steuerlast der Beschäftigten sehr stark anwachse. Bei einer Steuerbefreiung "würde die finanzielle Entlohnung dafür, dass unsere Beschäftigten in der Krise den Laden am Laufen halten, ungeschmälert bei den Betroffenen ankommen."

Damit griff der HDE die Worte Merkels aus ihrer Fernsehansprache vom vergangenen Mittwoch auf: "Wer in diesen Tagen an einer Supermarktkasse sitzt oder Regale befüllt, der macht einen der schwersten Jobs, die es zurzeit gibt. Danke, dass Sie da sind für ihre Mitbürger und buchstäblich den Laden am Laufen halten", hatte die Kanzlerin gesagt.

In Frankreich hatten am Sonntag und Montag Einzelhandelsketten wie Auchan, E.Leclerc und auch Lidl angekündigt, ihren Beschäftigten je 1000 Euro zu zahlen, sie sind von der Steuer befreit. Auch in Österreich werden Prämien ausgeschüttet: Spar macht 3 Mio. Euro locker, Rewe schüttet einen "Danke-Bonus" in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags aus, wie die APA am Dienstag berichtete.