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Ryanair streicht alle Flüge für April und Mai

Der Flughafen Niederrhein ( Eigenbezeichnung Airport Weeze ) ist ein Verkehrsflughafen im nordrhein-westfaelischen Bundes
imago images/Udo Gottschalk
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Die Fluggesellschaften weltweit befinden sich nach Angaben ihres Dachverbands IATA wegen der Coronavirus-Pandemie in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte. Davon betroffen ist auch Europas größter Billigflieger.

Europas größte Billig-Airline, die Laudamotion-Mutter Ryanair, hat am Dienstag wegen der Corona-Pandemie alle Flüge für mindestens zwei Monate gestoppt. Das Unternehmen gehe derzeit davon aus, dass keine Flüge im April und Mai stattfinden werden, teilte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Dublin mit.

Letztlich hänge das aber von den Regierungsanweisungen ab. Niemand wisse, wie lange die Pandemie dauern werde. Ryanair steht laut O'Leary aber bereit, gestrandete Passagiere zurückzufliegen oder sich zum Beispiel an Medikamenten-Lieferungen zu beteiligen.

Bereits vor etwa einer Woche hatte die irische Airline diesen Schritt angekündigt. Damals plante die Fluggesellschaft, ihr Angebot um bis zu 80 Prozent zurückzufahren.

Wie berichtet hatten AUA und Laudamotion am 16. März die Einstellung ihres Flugbetriebs bekanntgegeben. Laudamotion versucht derzeit weiter, Kurzarbeit ohne einen Betriebsrat durchzusetzen. 97 Prozent der Piloten und 95 Prozent des Kabinenpersonals hätten am Wochenende individuelle Kurzarbeitsverträge unterschrieben, heißt es in einem internen Schreiben des Unternehmens, das der APA vorliegt. Nun hoffe man auf Unterstützung der Gewerkschaft vida.

Mit der Gruppe, die sich als rechtskonform gewählter Betriebsrat sieht, aber von Laudamotion nicht anerkannt wird, will das Management jedenfalls weiter nicht sprechen, hieß es am Dienstag zur APA. Rechtlich muss ein Unternehmen, das einen Betriebsrat hat, Kurzarbeit über diesen beantragen. Unternehmen ohne Betriebsrat können individuelle Kurzarbeitsanträge mit den Mitarbeitern beim Arbeitsmarktservice einreichen. Die Frage, ob Laudamotion einen Betriebsrat hat, ist gerichtsanhängig. Hintergrund ist ein Konflikt zwischen der Geschäftsführung und der Betriebsratschefin. Die Firma hat die Mitarbeiterin trotz Kündigungsschutz, den sie aus Gewerkschaftssicht als Betriebsrätin hatte, gekündigt und erkennt deshalb auch ihre Wiederwahl in den Betriebsrat nicht an und bezeichnet sie nur als "ehemalige Mitarbeiterin".

Die hohe Unterstützung für die individuellen Kurzarbeitsvereinbarungen seien ein wichtiges Signal an Gewerkschaft, Wirtschaftskammer und Regierung, dass die "ehemalige Mitarbeiterin" in der Crew keinen Rückhalt habe und diese nicht repräsentiere, heißt es in der internen Mitteilung. Die Mitarbeiter werden aufgerufen, selber bei der vida anzurufen und dort Stimmung für die bilateralen Vereinbarungen zu machen. Im Übrigen hoffe Laudamotion auf Unterstützung von WKÖ und Gewerkschaft und eine rasche Genehmigung, damit bald Kurzarbeit unter den gleichen Konditionen wie für die Lufthansa-Tochter AUA möglich werde.

Wizz Air stellt Flüge ab Wien ein

Wizz Air stellt seine Flüge ab Wien ein. Ab heute bis 1. Mai 2020 würden keine Flüge von und nach Wien durchgeführt, teilte der ungarische Billigflieger am Dienstag mit. Durch die Reisebeschränkungen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sei es zu einem Nachfragerückgang gekommen. Kunden können ihr Geld zurückfordern, dies könne allerdings länger dauern, räumte die Airline ein.

Die Billigfluggesellschaft schließt auch eine komplette Einstellung des Flugbetriebs nicht mehr als. 85 Prozent der Flugzeuge sind bereits stillgelegt. Am Montag hatte die Airline erklärt, dass sie noch 15 Prozent ihrer Kapazität betreibe und weiterhin Flüge in Rumänien, Ungarn und Bulgarien durchführe.

Die Fluggesellschaften weltweit befinden sich nach Angaben ihres Dachverbands IATA wegen der Coronavirus-Pandemie in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte. Die erwarteten Umsatzeinbußen übertreffen die schon drastischen Prognosen von Anfang März, wie die IATA am Dienstag in Genf berichtete.

Sie geht inzwischen für heuer von Umsatzeinbußen im Passagiergeschäft von 252 Milliarden Dollar (234 Mrd. Euro) aus. Am 5. März hatte sie bis zu 113 Milliarden Dollar Einbußen prognostiziert.

Zwar sei 2021 mit einer deutlichen Erholung zurechnen, sagte IATA-Chefökonom Brian Pearce. Aber die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 gehe mit einer Rezession einher, was die Erholung verlangsame.