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Aktienmärkte

Satte Gewinne an den US-Börsen

Hoffnungen auf ein umfangreiches Hilfspaket des US-Senats stimmen Anleger optimistisch.

Mit gehörigen Gewinnen hat die Wall Street am Dienstag den Handelstag eröffnet. Als Impulsgeber erwiesen sich die Hoffnungen der Börsianer auf ein umfangreiches Hilfspaket des US-Senats, das jedoch noch beschlossen werden muss. Zudem sehen Investoren die jüngsten Fed-Maßnahmen im Kampf gegen die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie in einem etwas rosigeren Licht.

Gegen 15.20 Uhr gewann der US-Leitindex Dow Jones satte 1.379,64 Einheiten oder 7,42 Prozent auf 19.971,57 Zähler. Der S&P-500 Index kletterte um 145,49 Punkte oder 6,50 Prozent auf 2.382,89 Zähler hinauf. Der Nasdaq Composite Index stieg um 404,30 Punkte oder 5,89 Prozent auf 7.264,974 Einheiten.

Am Vortag hatte die politische Uneinigkeit in Washington über ein umfangreiches Konjunkturpaket gegen die Coronavirus-Pandemie den US-Leitindex noch auf das tiefste Niveau seit November 2016 gedrückt. Am heutigen Handelstag dürfte die Hoffnung auf eine Einigung im US-Senat über ein solches Programm die Aktienbarometer befeuern; da zudem auch der Druck auf die politischen Akteure stetig steigt. Zudem bewerteten Börsianer das Hilfspaket der US-Notenbank Federal Reserve im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Krise nun etwas positiver als noch zu Wochenbeginn.

Branchenseitig zeigten sich am heutigen Handelstag unter anderem Ölwerte deutlich im Plus. Während ExxonMobil im Dow Jones um mehr als sechs Prozent anzogen, sprangen die Anteile des Branchenkollegen Chevron gleich um mehr als 15 Prozent in die Höhe. Öl-Titel profitierten angesichts der kürzlich eingebrochenen Ölpreise nun von einer Rally derselben.

Inwieweit diese Aufschläge beim Preis von Öl nachhaltig sind, stellten Rohstoffexperten jedoch infrage. So sprach Eugen Weinberg von der Commerzbank vielmehr von einem "Strohfeuer". Er verwies auf immer neue Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft und eine daraus resultierende "beispiellose Nachfrageschwäche". Außerdem belaste nach wie vor ein Preiskrieg unter führenden Ölstaaten.

Bei Chevron waren zudem Unternehmensnachrichten bekannt worden. So streicht der Ölkonzern im Zuge der Corona-Krise seine Förderpläne und Investitionen zusammen. Auch der Rückkauf eigener Aktien werde vorerst gestoppt.

Klare Erholungsgewinne von 13,1 Prozent verbuchten am Dienstag zudem die Aktien des Dow-Konzerns Boeing. Unter anderem wegen der Folgen der Coronavirus-Epidemie hatte der Anteilsschein seit Beginn des Jahres mehr als 60 Prozent an Kurswert verloren.

Auch Fluglinien zeigten sich am Berichtstag stark nachgefragt. United Airlines sprangen um 18,1 Prozent hinauf. Delta Air Lines erhöhten sich um satte 16,6 Prozent und American Airlines stiegen um 18,8 Prozent.

Unter den Einzelwerten standen Twitter-Aktien im Rampenlicht (plus 0,6 Prozent). Die Krise bringt dem Kurznachrichtendienst zwar mehr Nutzer - lässt zugleich aber die Werbeerlöse sinken. Im laufenden ersten Quartal rechnet der Konzern nun mit einem leichten Umsatzrückgang und einem operativen Verlust. Die Unternehmen gäben in der aktuellen Situation weniger Geld für Werbung aus, hieß es.

(APA/Reuters)