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Aus Ischgl verteilte sich das Coronavirus nicht nur nach Österreich.
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Rekonstruktion

Von Ischgl bis Wien: Eine Geschichte von Versäumnissen

Der Fall einer Gruppe von Wiener Ischgl-Heimkehrern legt offen, was in diesen Tagen alles schiefgehen kann und wie wertvolle Zeit im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus verspielt wird. Eine Rekonstruktion.

Die Rückkehr aus dem Ischgl-Urlaub wurde für eine Gruppe Wiener zum Stresstest. Denn einer von ihnen trägt das Virus in sich. Andere warten bis heute auf ein Ergebnis. „Die Presse“ zeichnet den Fall nach. Weil er zeigt, wie sich Tiroler Fehlinformationen mit Wiener Langsamkeit paarten und wie dadurch wertvolle Zeit verloren gehen kann, um mögliche Infektionsketten zu durchbrechen. Denn dieser Fall spielt eben nicht nur in der Vergangenheit, er reicht bis in die Gegenwart. Eine Rekonstruktion inklusive Stellungnahme des medizinischen Krisenstabs in Wien.

5. März

Eine Gruppe befreundeter Wiener bricht zum Ski-Wochenende nach Ischgl auf. Island hat den Tiroler Winter-Partyort am selben Tag zum Risikogebiet erklärt. Und auch in Baden-Württemberg gibt es an jenem Donnerstag die ersten dokumentierten Fälle mit „Reise-Amnese“ Ischgl, wie der "Presse" später bestätigt wird. Doch es wird noch dauern, bis sich Baden-Württemberg deshalb an die Zentrale in Berlin wendet. Aus der Wiener Reisegruppe erfährt bei Reiseantritt jedenfalls niemand, dass das Coronavirus in Ischgl ist, dass Island warnt, dass es bereits Fälle in anderen Ländern, darunter Deutschland, gibt.