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Der stärkste Handelstag seit 1933: Dow Jones +11,37 Prozent

An der Börse Frankfurt ging es wieder aufwärts.
An der Börse Frankfurt ging es wieder aufwärts.APA/dpa/Arne Dedert
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Der Dienstag stand im Zeichen des Aufwinds. An den US-Börsen gab es massive Zugewinne. Ein Hoffen auf ein billionenschweres US-Konjunkturpaket lässt die Kurse rasant steigen. Der Optimismus kam aber auch an europäischen Börsen an.

Es war eine denkwürdige Kurssteigerung an der New Yorker Börse. Der Dow Jones stieg um 11,37 Prozent auf 20.704,91 Punkte. Damit verzeichnete der Aktienindex prozentuell betrachtet den stärksten Handelstag seit 1933.

Außerdem stieg der Index erstmals an einem Tag um über 2000 Punkte und verbuchte damit in Punkten gerechnet den größten Gewinn seiner Geschichte. Angetrieben wurden die US-Börsen von der Hoffnung auf ein umfangreiches Hilfspaket im Kampf gegen die Corona-Krise.

Seit Jahresbeginn liegt der Dow Jones dennoch noch immer knapp 27,5 Prozent im Minus. Die Coronakrise und deren wirtschaftliche Auswirkungen haben den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen massiv zugesetzt.

Auch europäische Börsen im Plus

Mit massiven Gewinnen sind aber auch die europäischen Börsen am Dienstag aus dem Handel gegangen. Anleger hoffen darauf, dass der US-Senat sich bald auf ein Hilfspaket im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie einigen kann.

Der Eurozonen-Sammelindex Euro-Stoxx-50 gewann rasante 229,57 Einheiten oder 9,24 Prozent auf 2.715,11 Zähler. Einen solch starken Tagesgewinn hatte er seit Ende November 2008 nicht mehr verzeichnet. Der deutsche Leitindex DAX zog um annähernd elf Prozent auf 9.700,57 Punkte hinauf.

Der heimische Aktienmarkt ist am Dienstag ebenfalls mit deutlichen Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Der Leitindex ATX sprang um 8,16 Prozent auf 2034,30 Punkte nach oben. Für den marktbreiten ATX Prime ging es um 7,73 Prozent auf 1.035,24 Einheiten nach oben.

US-Konjunkturpaket vor Abschluss

Die US-Zuversicht wird vor allem durch die Verhandlungen über ein Hilfspaket geschürt. Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, hält eine Einigung mit den Republikanern auf das billionenschwere Konjunkturpaket noch am Dienstag für möglich. "Ich glaube, es gibt echten Optimismus, dass wir in den nächsten Stunden etwas erreichen können", sagte Pelosi im Sender CNBC.

Zudem wurden die neuen Maßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Krise nun etwas positiver bewertet als noch zu Wochenbeginn. "Nach einmal darüber schlafen können die Börsen den zusätzlichen Anleihe-Käufen der US-Notenbank Fed jetzt doch viel Gutes abgewinnen", kommentierte Thomas Altmann von QC Partners.

Mit Blick auf die Branchentafel zeigten sich Automobilwerte und Versicherer klar im Plus. So sprangen Daimler um äußerst starke 27,3 Prozent hinauf und die Anteile des Versicherers AXA gewannen 17,6 Prozent. Ebenso waren auch Ölwerte gesucht. Hier zeigten sich im Euro-Stoxx-50 Total mit plus 15 Prozent.

Aber auch ein Papier aus der Luftfahrtbranche zeigte sich mit klaren Zugewinnen. Safran-Aktien waren wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie zuletzt stark unter Druck gekommen. Heute schlossen sie mit einem Kurssprung von 20,93 Prozent. Seit Jahresbeginn steht jedoch weiterhin ein Minus von knapp 50 Prozent zu Buche.

Einzelwerte

In Wien bestimmten weitgehend Nachrichten zu Reaktionen auf die Herausforderungen durch die Pandemie das Marktgeschehen. Am Vorabend hatte die voestalpine Kurzarbeit in zahlreichen Konzernbereichen und Niederlassungen angekündigt. Die voestalpine-Aktien schlossen mit plus 4,66 Prozent.

Der Feuerwehrausrüster Rosenbauer (plus 3,15 Prozent) wird den Betriebsurlaub der heimischen Standorte vorziehen und für die Zeit nach Ostern vorsorglich Kurzarbeit beantragen, teilte der Fahrzeugbauer mit. Als Grund nennt auch er die Mitarbeitergesundheit und die Betriebsunterbrechungen bei Lieferanten im Zuge der Coronavirus-Krise.

Besonders fest schlossen die Aktien von Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO). Die Titel des Ölfeldausrüsters waren von den Verwerfungen am Ölmarkt durch die Nachfragesorgen aufgrund des Coronavirus und des Preiskampfes großer Förderländer zuletzt stark belastet worden und konnten sich nun etwas erholen. Der Kurs von SBO zog um stattliche 21,60 Prozent an. Für den Branchenkollegen OMV ging es um 12,59 Prozent auf 25,40 Euro nach oben. Die Wertpapierexperten der Berenberg Bank haben ihr Kursziel für die Aktien des heimischen Öl- und Gaskonzerns von 60 auf 33 Euro herabgesetzt und ihre Kaufempfehlung in einer am Montag vorgelegten Branchenstudie bestätigt.

Der Luftfahrtzulieferer FACC hat unterdessen das Mandat seines Vorstandsvorsitzenden Robert Machtlinger bis zum 30. Juni 2025 verlängert. Machtlinger steht bereits seit 2016 an der FACC-Spitze. Der Kurs von FACC ging um 1,52 Prozent tiefer aus dem Handel.

Internationale Aktien

Mit Blick auf internationale Einzelwerte stiegen in Paris Pernod-Ricard-Aktien um 3,6 Prozent. Der Spirituosenhersteller strich erneut seine Jahresprognose zusammen und rechnet nun wegen des sich ausbreitenden neuartigen Coronavirus inzwischen mit einem massiven Gewinnrückgang in diesem Jahr.

Unibail-Rodamco-Westfield gewannen 11,6 Prozent. Der auf Einkaufszentren spezialisierte französische Immobilienkonzern hatte angesichts der Viruskrise seine Prognose und die Dividende gestrichen.

Die an der Stockholmer Börse notierten Anteilsscheine des Modekonzerns H&M stiegen am Dienstag um 13,2 Prozent auf 123,16 schwedische Kronen. Das Unternehmen hatte zuvor angekündigt, seine Dividende zu streichen. Experten der Citigroup hoben unterdessen ihre "Sell"-Bewertung auf "Buy". Das Kursziel der Citi liegt bei 130 Kronen.

AB InBev gewannen 3,5 Prozent. Der weltgrößte Bierbrauer hat seine Prognose wegen der weltweiten Viruskrise zurückgezogen. Gründe seien die hohe Unsicherheit und die schnelle Entwicklung der Lage, teilte der Konzern mit.

Die Schweizer Börse SIX ist der Übernahme des Rivalen BME (plus 6,3 Prozent) in Madrid einen großen Schritt nähergekommen. Die spanische Regierung hieß den Kauf des Börsenbetreibers BME durch die Schweizer gut.

(APA/dpa)