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Upcycling

Grünes Licht für Wiederverwendung von Masken

A medical worker, wearing a protective face mask and a protective suit, works in a pulmonology unit at the hospital in Vannes
(c) REUTERS (STEPHANE MAHE)
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Das Sterilisationsprojekt von Schutzmaterial wurde genehmigt. Masken und Schutzkleidung können so wiederverwendet werden. Vorerst werden sie als Reserve gelagert.

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hat vom Bund grünes Licht für sein Schutzmaterial-Sterilisationsprojekt erhalten. Die einmalige Wiederverwendung von Masken der Klassen FFP2 und FFP3 sei mittels Erlass genehmigt worden, berichtete der städtische Spitalsbetreiber. Angewendet wird ein Dampf-Verfahren. Die gereinigten Utensilien sind vorerst als Reserve gedacht, wie betont wird.

"Die persönliche Schutzausrüstung bestehend aus Schutzmaske, Schutzbrille, Schutzmantel, Schutzhaube und Handschuhen ist in der Behandlung und Pflege von Covid-Erkrankten absolut notwendig. Die derzeitige Pandemie hat zu einer angespannten Situation auf den internationalen Beschaffungsmärkten geführt. Der Wiener Krankenanstaltenverbund hat in Vorbereitung auf diese Entwicklung nicht nur frühzeitig seine Lagerbestände nach Möglichkeit aufgestockt, sondern auch Alternativen zur Erhöhung seiner Lagerreichweiten gesucht", hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung.

Werden wieder keimfrei gemacht

Die in die beiden Kategorien fallenden Masken würden den notwendigen Infektionsschutz gewähren. Sie werden nun nach einmaligen Gebrauch wieder keimfrei gemacht. "Untersucht wurden unterschiedliche Sterilisationsverfahren", erklärte Michael Binder, der Medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes: "Oberste Prämisse dabei war selbstverständlich der Erhalt der Atemschutzfunktion der Masken nach der Wiederaufbereitung."

Entscheidend dafür sei die Filterwirkung des Materials. Nach Dampfsterilisation bei 121 Grad Celsius ergaben die Gutachten laut KAV bei FFP2 Masken ohne Ventil keine verminderte, sondern sogar eine leicht verbesserte Filterwirkung des Materials. Die FFP2 Maske mit Ventil hatte nach der Sterilisation ein leicht vermindertes Rückhaltevermögen, welches aber von Fachleuten als unbedenklich eingestuft wurde, wie man beteuert. FFP3 Masken können laut Experten aufgrund der leicht verminderten Filterwirkung zumindest als FFP2 Masken ein zweites Mal verwendet werden.

Derzeit beschafft der KAV laut eigenen Angaben weiterhin auf den internationalen Märkten Schutzmaterial. Die einmalige Wiederverwertbarkeit biete nun Spielraum, um mögliche drohende Lieferschwierigkeiten zu überbrücken, hieß es.

Werden auch als aufbereitet gekennzeichnet

Derzeit wird der Prozess zur Wiederaufbereitung der Schutzmasken aufgebaut. Die Masken werden demnach in eigenen Behältnissen und getrennt von anderen Schutzartikeln gesammelt und sterilisiert. Später werden sie als wiederaufbereitet gekennzeichnet. An eine Verwendung ist derzeit laut KAV noch nicht gedacht. Die wiederaufbereiteten Schutzmasken dienen derzeit zur Reserve.

(APA)