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Krisengipfel

Lagarde allein auf weiter Flur

EZB-Gouverneurin Christine Lagarde will nicht zulassen, dass Italien von den anderen Mitgliedern der Eurozone in ein Restrukturierungsprogramm gedrängt wird.
EZB-Gouverneurin Christine Lagarde will nicht zulassen, dass Italien von den anderen Mitgliedern der Eurozone in ein Restrukturierungsprogramm gedrängt wird.REUTERS
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Die Chefin der EZB spricht sich für Corona-Anleihen aus – doch die Eurozone lässt sich mit der Krisenbekämpfung vorerst Zeit.

Brüssel. Aller Anfang ist bekanntlich schwer – dieses Motto gilt insbesondere für die Eurozone, die sich in den Krisen des vergangenen Jahrzehnts als zögerliche Krisenfeuerwehr herausgestellt hat. Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie verhält es sich nicht anders. Die Videokonferenz der Finanzminister der Währungsunion Dienstagabend endete ohne konkrete Ergebnisse. Die einzige handfeste Information, die Euro-Gruppe-Chef Mário Centeno nach der Unterredung zu bieten hatte, lautete wie folgt: „Es gibt eine breite Unterstützung dafür, Instrumente des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM zur Bekämpfung der Pandemie heranzuziehen.“

Centenos Botschaft mag zwar vielversprechend klingen, doch sie ist vorerst nicht mehr als ein frommer Wunsch – denn die Euro-Gruppe selbst hat sich nicht auf ein gemeinsames Communiqué einigen können. Das dürfte zunächst einmal damit zu tun haben, dass am heutigen Donnerstag die Staats- und Regierungschefs der EU per Videoschaltung miteinander konferieren werden. Und die Frage der finanziellen Solidarität innerhalb der Währungsunion ist derart heikel, dass sie nur auf Chefebene besprochen werden kann.