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Corona-Krise

Zuverdienst neben Kurzarbeit unbeschränkt möglich

(c) imago images/Winfried Rothermel (Winfried Rothermel via www.imago-images.de)
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Personen in Kurzarbeit sollten in versorgungskritischen Bereichen wie der Lebensmittelerzeugung mithelfen. Neos-Chefin Meinl-Reisinger fordert außerdem schnelle und unbürokratische Vorauszahlungen für Unternehmen, die Kurzarbeit beantragen.

Wer jetzt in Kurzarbeit ist, kann in der arbeitsfreien Zeit unbeschränkt dazuverdienen - das hat Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) nun klargestellt. Zu bezahlen seien lediglich die regulären Abgaben und Steuern. Erntehelfer würden jetzt zum Beispiel dringend gebraucht, erklärten das Arbeits- und das Landwirtschaftsministerium am Mittwochabend in einer Mitteilung.

"Wir bitten daher Personen in Kurzarbeit, in versorgungskritischen Bereichen wie der Lebensmittelerzeugung mitzuhelfen. Mit der Plattform dielebensmittelhelfer.at bringen wir Arbeitskräfte und Betriebe zusammen", heißt es in der Mitteilung weiter.

Wegen der geltenden Reisebeschränkungen können jetzt viele Saisonniers nicht nach Österreich kommen. Darum soll mit einem Erlass geregelt werden, dass Betriebe, die jetzt neue Bewilligungen beantragen, diese auch bekommen. Zeitlich begrenzte Überschreitungen der Kontingente seien zulässig. Arbeitgeber sollen bekanntgeben, welche Bewilligungen nicht mehr in Anspruch genommen werden können, weil der Saisonnier nicht einreisen kann.

"Wenn Arbeitskräfte auf Grund der derzeitigen Situation nicht nach Österreich einreisen können, dürfen Betriebe neue Saisonniers suchen", sagte Aschbacher laut Mitteilung.

Kündigungswelle am 1. April entgegenwirken

Rasche und unbürokratische Vorauszahlungen - etwa in Höhe von 70 Prozent -  für Unternehmen, die Kurzarbeit beantragen, fordert Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger. Nur so könnten die unter der Coronakrise leidenden Unternehmen die nächsten Wochen noch stemmen. Andernfalls müsse man Sorge haben, dass es am 1. April zu weiteren Massenkündigungen kommt.

Zehn Tage nach Inkrafttreten der drastischen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 werde es für viele, auch gut aufgestellte, Unternehmen "wirtschaftlich langsam eng", bekräftigte Meinl-Reisinger, "nach zwei Wochen der kompletten Schließung beginnt die Uhr zu ticken".

Das System der Kurzarbeit sei zwar attraktiv aufgestellt. Aber es dauere viel zu lange, bis die notwendige Liquidität bei den Unternehmen ankommt. "Sechs Wochen bis Gelder fließen, sind zu lange", unterstrich Meinl-Reisinger - zumal die Unternehmer Ende März schon Löhne und Gehälter zahlen müssen. Auch die versprochenen Garantien und Haftungen des Staates gebe es noch nicht, viele Unternehmer berichteten "verzweifelt", dass sie keine Kredite bekommen.

(APA)