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Coronavirus

20.000 Betten für Patienten mit milden Krankheitsverläufen

CORONAVIRUS: PK 'CORONA-VORSORGE IN OeSTERREICHS SPITAeLERN'
V. l.: Herwig Kollaritsch (Facharzt für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin), Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Herwig Ostermann (Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH)APA/GEORG HOCHMUTH
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Gesundheitsminister Anschober sagt, Österreich habe eine gute Ausgangslage in den Spitälern, um mit der Corona-Krise fertig zu werden. Die Spitalsinfrastruktur für Corona-Behandlungen wird weiter ausgebaut.

Österreich hält aktuell bei 42 Todesfällen aufgrund des Coronavirus. Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) Donnerstagfrüh in einer Pressekonferenz bekannt. Die Zahl positiv Getesteter lag bei 6001, einem Plus von 13,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Dies sei aber nur ein wenig aussagekräftiger Tageswert. Ziel sei es, in den einstelligen Bereich zu kommen, betonte er erneut. „Wir haben eine gute Ausgangslage in den Spitälern“, so Anschober. Dadurch unterscheide sich Österreich von fast allen Ländern.

Generell gehe es darum, beim Zuwachs nicht die Gesamtkapazität der Spitäler zu übersteigen. Genau das habe in Teilen Spaniens und Italiens nicht funktioniert, so der Gesundheitsminister. Es sei eine Stärke der österreichischen Strategie, dass sehr viele Patienten zu Hause bleiben können. Derzeit seien 547 Personen hospitalisiert, 96 auf der Intensivstation. Bei 87 Prozent gebe es einen sehr milden Krankheitsverlauf. „Die Zuwächse dürfen nicht höher werden als die Gesamtkapazität unserer Spitäler“, so Anschober. Er hofft auf Zuwachsraten im mittleren einstelligen Bereich.

Insgesamt wurden in Österreich bis Dienstagfrüh 36.000 Tests durchgeführt, 112 Genesene wurden gemeldet - es sind aber wohl deutlich mehr.

„Kein Rückgang medizinischer Qualität“ 

Anschober erinnerte an bereits gesetzte Schritte, um das Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten: Man habe mit den jüngsten Parlamentsbeschlüssen das Ärztegesetz geändert, was Laboruntersuchungen auch ohne Ärzte, vor allem aber auch den Einsatz von Turnusärzten, pensionierten Medizinern und von Fachärzten in anderen Bereichen ermöglicht habe.

Diese "Liberalisierungen" beim Personal in Krankenhäusern seien "kein Rückgang in der medizinischen Qualität" und natürlich zeitlich beschränkt, so der Gesundheitsminister. Die Mobilisierung von zusätzlichen Kräften sei eine Vorbereitungsmaßnahme.

Testungen von Spitalsmitarbeitern habe man intensiviert, es gebe Schutzkonzepte für die Krankenhäuser, und man habe Erfolge in der Beschaffung von Schutzkleidung verzeichnen können. Elf Millionen Handschuhe sollen am Freitag eintreffen, am Samstag eine Großlieferung Masken, am Montag Schutzanzüge, so der Minister: "Wir sind sehr intensiv in diesem Bereich unterwegs, um den Schutz noch deutlich zu stärken."

Private Tests „bringen nichts“ 

Facharzt Herwig Kollaritsch erklärte auf der Pressekonferenz das Testsystem in Österreich. Die PCR-Tests, die derzeit in Verwendung seien, würden für symptomlose Personen nichts bringen, bei Erkranken fahre man das Testsystem gerade hoch. "Im Moment werden die Testkapazitäten nahezu täglich ausgeweitet." Ein privater PCR-Tests ohne Verdacht bringe gar nichts, so Kollaritsch. Die zweite Art von Tests würde im Gegensatz zur ersteren mit Antikörpern arbeiten. Hier sei die Fehlerquote derzeit allerdings hoch. Wenn die Tests am Markt seien, könne man die unerkannten Infektionen messen. Das sei jetzt allerdings nicht entscheidend.

Erweitert werden zudem die Kapazitäten in vorsorglich errichteten Sonderkliniken für Menschen mit mildem Krankheitsverlauf. 12.000 Betten seien es mittlerweile. Man gehe in Richtung 20.000 Betten. Der freie Bettenbestand werde laufend mit den Prognoserechnungen abgestimmt, sagte Anschober.

Herwig Ostermann von der Gesundheit Österreich GmbH am Wort, erklärte, dass man bis 7. April mit 1100 bis 1500 benötigten Spitalsbetten und mit 220 bis 300 Personen in Intensivbetreuung rechne. Das könne abgedeckt werden, rund 50 Prozent der Kapazitäten seien frei.

(APA/Red.)