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Partnervermittlung

Am Heiratsmarkt darf's nicht zufällig zugehen

„Erfolgreiche Menschen sind es gewohnt, sich Profis zu nehmen.“
„Erfolgreiche Menschen sind es gewohnt, sich Profis zu nehmen.“beigestellt
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Die Frau oder der Mann fürs Leben muss auch zum Unternehmen und zur Familie passen.

Durch die Coronakrise ruht gerade das Geschäft der bekannten Partnervermittlerin Eva Kinauer-Bechter. „Wir haben schon aktuelle Anfragen. Aber wir haben gestoppt und auch alle Dates auf nach Ostern verschoben.“ Das Coronathema werde Österreich noch lang beschäftigen, aber nach dem Überwinden der Krise sieht die Expertin den Neustart als Chance: „Wir haben nach 9/11, dem Anschlag 2001 aufs World Trade Center, gesehen, dass Partnervermittlungen einen Zulauf gehabt haben, weil die Sehnsucht nach Zweisamkeit groß war.“

Kinauer-Bechter ist seit 20 Jahren im Business und hat sich mit ihrer Agentur auf exklusive Partnervermittlungen spezialisiert. Sie betreut dabei „ausschließlich erfolgreiche und finanziell unabhängige Menschen“. Über ihre Kunden spricht sie nicht. Aber: Von den 30 vermögendsten Familien in Österreich hat sie bei etwa bei einem Drittel Mitglieder dieser Familien betreut.

Deren Beweggrund ist für Kinauer-Bechter klar: „Erfolgreiche Menschen haben keine Hemmschwelle, zu mir zu kommen, weil sie es gewohnt sind, sich Profis zu nehmen, wenn sie ein Problem zu lösen haben.“ Bei der Wahl des Partners gehe es um viel: Sie sei „essenziell für den Fortbestand eines Familienunternehmens. Das kann man nicht dem Zufall überlassen und warten, dass der liebe Gott den Richtigen oder die Richtige vorbeischickt.“

Ihrer Dienste bedienen sich Männer und Frauen gleichermaßen. In mehreren mehrstündigen Gesprächen versucht die Expertin herauszufinden, was die Wünsche ihrer Klienten sind: „Oft weiß ich dann mehr als die Eltern und Geschwister zusammen.“ Aber das sei wichtig, um dann den oder die Richtige zu finden und vorzustellen. „Es geht dabei nicht nur um die Liebe, sondern der Partner muss auch zur Familie und zum Unternehmen passen“, sagt die Vermittlerin. Der oder die Gefundene muss auch wissen, worauf er/sie sich einlässt. Schließlich heirate man ein Unternehmen und die Familie mit.

Beim ersten Date ist die Vermittlerin für die erste halbe Stunde dabei. Es folgen dann oft fünf bis zehn Dates, bis der Anruf kommt, dass es passt. Oder man versteht sich gut, aber es passt nicht für mehr. Dann fängt es von vorne an. Aber: „Meine Erfolgsquote beträgt mehr als 50 Prozent.“ (hp)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.03.2020)