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Kolumne

Das ist kein Schutzschild

Sprechblase Nr. 334. Warum es jetzt auf „Resilienz“ ankommt.

Wie soll man das benennen, was da gerade passiert? Krise, Ausnahmesituation oder neue Normalität? Diese und viele andere Zuschreibungen lassen sich argumentieren. Aber eines ist dabei im Auge zu behalten: So, wie wir es bezeichnen, so wird es in unseren Köpfen eingebrannt. Und entsprechende Bilder entstehen ebendort. Die sind dramatisch, ernst oder normal.

Ein Wort, das interessanterweise aus welchen Gründen auch immer in all den zahllosen Kommentaren, den besorgten Handlungsempfehlungen und mitunter Aufregung stiftenden Überlebensratgebern fehlt, ist – Achtung, Sprechblase – Resilienz.

Das ist die Eigenschaft, sich gut an neue Gegebenheiten anzupassen, Störungen auszubalancieren und sich selbst zu regulieren. Resilient zu sein, heißt sehr wohl, sich berühren zu lassen von Vorgängen und Umständen und keineswegs, abgebrüht und kühl zu sein. Man stellt sich der Realität und ist doch in der Lage, allen Widrigkeiten zum Trotz, auch Gutes darin zu sehen.

Allerdings: Resilienz ist kein Schutzschild, über das man verfügt oder eben nicht. Es ist eine Art, die Welt zu sehen und zu handeln (daher kann man Resilienz bis zu einem gewissen Grad auch erlernen). Und die richtigen Worte zu finden: für und in der Krise, der Ausnahmesituation und der neuen Normalität.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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