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L'Oréal-Affäre: Sarkozy unter Schwarzgeld-Verdacht

Sarkozy steht unter Schwarzgeldverdacht
Sarkozy steht unter Schwarzgeldverdacht(c) Reuters (Philippe Wojazer)
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Die frühere Buchhalterin von L'Oréal Erbin Liliane Bettencourt beteuert, Frankreichs Präsident Sarkozy habe von der Multimilliardärin Wahlkampfspenden erhalten. Der Élyséepalast weist alle Vorwürfe zurück.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy gerät zunehmend in den Strudel des Finanzskandals um die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt. Nach Angaben der früheren Buchhalterin der Multimilliardärin hat Bettencourt Sarkozys Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2007 mit 150.000 Euro in bar unterstützt.  Schon in seiner Zeit als Bürgermeister des Pariser Nobelvororts Neuilly habe Sarkozy von der reichsten Frau Frankreichs Geld erhalten. Der Élyséepalast dementierte die Angaben umgehend.

150.000 Euro Wahlkampfspenden

Bettencourt habe, berichtet die Buchhalterin weiter, am 26. März 2007 selbst 50.000 Euro abgehoben. Als das Geld nicht reichte, habe sie ihren Vermögensverwalter Patrice de  Maistre gebeten, aus der Schweiz weitere 100.000 Euro zu holen. "Dann hat Maistre mir gesagt, dass er sehr schnell mit Eric Woerth essen gehen wird, um ihm das Geld zu übergeben." Woerth ist derzeit Sarkozys Arbeitsminister und Schatzmeister der Regierungspartei UMP. Zuvor war er Kassenwart von Sarkozys Wahlkampforganisation und Budgetminister. Besonders pikant: Woerths Frau war bis vor kurzem Vermögensverwalterin von Bettencourt und kümmerte sich um die Anlage der L'Oréal Dividenden. Sie erhielt nach Angaben der Buchhalterin ein Monatsgehalt von 13.000 Euro plus Prämien. Woerth steht wegen des Verdachts des Interessenkonflikts bereits unter Rücktrittsdruck.

"Menschenjagd auf Regierungsmitglieder"

Am Sonntag waren zwei weitere Staatssekretäre wegen Verschwendung von Steuergeldern zurückgetreten. Bisher haben alle Betroffenen stets ihre Unschuld erklärt. Die Regierung spricht von Menschenjagd, um die von Woerth zu verantwortende Rentenreform zu erschüttern.

(Ag.)