Seit der Staatspleite 2001 verhandelt Argentinien mit seinen Gläubigern. Rund 70 Prozent davon akzeptieren nun, auf zwei Drittel ihrer Anleihen-Forderungen endgültig zu verzichten.
Neun Jahre ist es her, dass Argentinien aufgrund einer heftigen Wirtschaftskrise zahlungsunfähig wurde. Jetzt einigte sich das Land mit seinen Kreditgebern. Die Regierung schlug vor, ein Drittel des geliehenen Betrages zurückzuzahlen. Die Gläubiger die dem Land damals Geld mittels Staatsanleihen geliehen hatten, verzichten dabei auf die restlichen zwei Drittel des ursprünglichen Wertes.
Über zwei Drittel verzichten auf zwei Drittel
Laut Wirtschaftsministerium in Buenos Aires akzeptierten etwa 70 Prozent der Gläubiger die Vereinbarung. Zusammen mit einer früheren Abmachung von 2005 sind nun etwa 92 Prozent aller Anleger entschädigt. Die offenen Schulden des Landes belaufen sich auf etwa 20 Milliarden Euro, im Jahr 2005 hätten die Gläubiger auf rund drei Viertel ihrer Forderungen verzichten sollen. Sie steigen mit dem aktuellen Angebot also deutlich besser aus.
Staatsbankrott 2001
2001 war Argentinien in eine schwere Wirtschaftskrise geschlittert und das Land wurde insolvent. Viele Länder halfen aus, indem argentinische Staatsanliehen gekauft wurden, obwohl die Anleger deshalb auf den Papieren sitzen blieben. Die Vereinbarungen sind für Argentinien ein großer Schritt vorwärts, wieder international zahlungsfähig zu werden.
Um Zugang zu zinsgünstigeren neuen Krediten zu bekommen, hatte Argentinien schon die Begleichung der Schulden bei den im Pariser Club organisierten staatlichen Schuldnern zugesagt.
Der Pariser Club (oder: Club de Paris) ist ein internationales Gremium, das sich mit Fragen der Umschuldung und des Schuldenerlasses beschäftigt. Der Club vermittelt zwischen Geberländern und den Ländern, die Probleme mit der Rückzahlung von öffentlichen Krediten oder Entwicklungshilfedarlehen haben.
(Ag./Red)