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Coronakrise

ZDF kritisiert Pressearbeit der Tiroler Krisenmanager

APA/EXPA/ERICH SPIESS
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Das ZDF wurde von den elektronischen Pressekonferenzen der Landesregierung zur Corona-Krise ausgeschlossen, Fragen würden nicht beantwortet, so der Vorwurf.

ZDF-Korrespondentin Britta Hilpert übt im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Corona-Krise und mögliches Versagen der Tiroler Behörden rund um den Corona-Hotspot Ischgl Kritik am Land Tirol. Das ZDF wurde von den elektronischen Pressekonferenzen der Landesregierung zur Corona-Krise ausgeschlossen, Fragen würden nicht beantwortet, so der Vorwurf.

Bei den per Videokonferenz abgehaltenen Medienterminen der Tiroler Behörden waren zuletzt nur eine beschränkte Anzahl an Journalistinnen und Journalisten zugelassen. Wegen der technischen Möglichkeiten sei dabei nur eine bestimmte Zahl an Schaltungen möglich, angeboten würden diese deshalb ausschließlich Tiroler Medien, so die Begründung des Landes.

Das ZDF hatte deshalb Journalisten der APA ersucht, die Fragen des ZDF-Reporterteams bei den Pressekonferenzen zu stellen. Die wurde bei den Pressekonferenzen mit dem Hinweis "nur eine Frage pro Medium" vom Landessprecher aber abgelehnt. Auch schriftliche Anfragen des deutschen öffentlich-rechtlichen Senders wurden laut ZDF größtenteils nicht beantwortet.

Laut Hilpert ist es Aufgabe der Presse, in Zeiten der Krise nachzuhaken und mögliche Fehler transparent zu machen, damit diese sich nicht wiederholen. "Wenn die Verantwortlichen in dieser Situation kritische Nachfragen abbügeln, dann geschieht zweierlei: Vertrauensverlust in ihr Handeln jetzt. Wachsendes Misstrauen gegenüber ihren Entscheidungen in der Vergangenheit", schreibt die Reporterin auf der ZDF-Website. Die Erfahrungen bei der Recherche zum Tiroler Krisenmanagement seien jedenfalls "ungewöhnlich für eine Demokratie", so Hilpert.

(APA)