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Black Monday

Von toten Katzen, Bärenmärkten und Bullenfallen

Wenn das Coronavirus sich in den USA stärker ausbreitet, könnte das die Börsen noch einmal richtig ins Wanken bringen.
Wenn das Coronavirus sich in den USA stärker ausbreitet, könnte das die Börsen noch einmal richtig ins Wanken bringen.(c) REUTERS (Lucas Jackson)
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Was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben, war wahrscheinlich noch nicht das Tief. Doch gibt es schlechtere Zeiten, um Aktien zu kaufen.

Leute, die historische Vergleiche und Statistiken mögen, kommen gegenwärtig voll auf ihre Rechnung. Binnen weniger Tage konnte man den schlimmsten Börsentag an der Wall Street seit 1987 (am 16. März) und den besten seit 1933 (am 24. März) erleben. Die Kursausschläge waren nicht nur in absoluten Zahlen die höchsten (was angesichts der in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegenen Kurse nichts Besonderes wäre), sondern auch in Prozent. Es wird Geschichte geschrieben. Und das bedeutet selten etwas Gutes.

Im Zusammenhang mit den steilen Kursanstiegen am vergangenen Dienstag wurde auch häufig die Metapher des „Dead-Cat-Bounce“ (Hüpfen einer toten Katze) bemüht: Auch eine tote Katze könne noch hochspringen, wenn sie aus großer Höhe nach unten gefallen ist. Das klingt noch viel dramatischer als „Bullenfalle“ (Scheinerholung in einem Bärenmarkt). Dabei wird gern auf die erste Scheinerholung nach dem schweren Crash infolge der Weltwirtschaftskrise 1929 verwiesen. Nachdem die Kurse um die Hälfte abgestürzt waren, erholten sie sich zunächst um die Hälfte (womit freilich nur die Hälfte des Absturzes wettgemacht war), um dann noch tiefer abzustürzen. Etwas Ähnliches (wenn auch in geringerem Ausmaß) passierte auch 2001 nach dem Platzen der Dotcom-Blase oder 2008 nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers infolge der Finanzkrise.