Die grüne Stadträtin Birgit Hebein hatte mit ihrem Vorschlag, Straßen für Fußgänge zu öffnen, für Aufregung beim Koalitionspartner gesorgt.
Die Ankündigung von Wiens Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne), einzelne Straßenzüge für Autos sperren und für Fußgänger öffnen zu wollen, hatte SPÖ-Gemeinderatsvorsitzender Thomas Reindl am Sonntag mit "Schwachsinn" quittiert. "Diese Ausdrucksweise hätte ich nicht gewählt", sagte Landesparteisekretärin Barbara Novak am Montag. Aber auch ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Novak meinte am Rande einer Pressekonferenz, die Haltung der Wiener SPÖ dazu sei, dass es nun in erster Linie darum gehe, die Bundesgärten, also etwa den Augarten, Schönbrunner Schlosspark oder Volks- und Burggarten, endlich zu öffnen. Diese Forderung an den Bund - die Areale sind anders als die städtischen Parks im Besitz des Bundes - trommeln die Rathaus-Roten seit Tagen.
Die Menschen hätten infolge der Corona-Ausgangsbeschränkungen das Bedürfnis, zwischendurch ins Freie zu gehen und Luft zu schnappen. Das gehe aber mit dem geforderten Abstand nur dann, wenn genügend Grünflächen zur Verfügung stehen. Hebein "als wichtigste Frau" bei den Grünen solle ihren Einfluss geltend machen. "Erst wenn diese Maßnahme greift, können wir evaluieren, im nächsten Schritt Straßen für Fußgänger zu erschließen", so Novak.
FPÖ echauffiert
Ein klares Nein zu den überlegten Straßenöffnungen für Fußgänger kam am Montag von der FPÖ. "Die Grünen haben jeglichen Genierer verloren und instrumentalisieren sogar über 100 Coronavirus-Tote für ihren ideologischen Mist", formulierte Klubchef Anton Mahdalik in einer Aussendung und gab sich erstaunt "über das Maß an gutmenschlicher Charakterschwäche". Es sei zu hoffen, dass die Wiener SPÖ bei ihrer "Ablehnung der grünen Hanfidee" bleibe und "nicht wieder zum Wohle des Koalitionsfrieden umfällt wie ein Bahnschranken".
(APA)