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Bundesländer dürfen an 24-Stunden-Pflegekräfte Boni auszahlen

Um das Problem der 24-Stunden-Betreuung zu entschärfen, dürfen die Bundesländer an Pflegekräfte nun Boni ausbezahlen. Oberösterreich kündigte bereits an, diesen 1000 Euro zusätzlich pro Monat zahlen zu wollen.

Mehr Geld für die derzeit in Österreich befindlichen Pflegerinnen und Pfleger soll die Problematik der 24-Stunden-Betreuung entschärfen. Denn nach Zustimmung des Sozialministeriums können die Länder ausländischen Arbeitskräften nun großzügige Boni bezahlen, wenn sich diese entschließen, in Österreich zu bleiben. Die Mittel kommen aus dem 100-Millionen-Maßnahmenpaket der Regierung für die Pflege.

"Seit heute ist es möglich, dass wir auch Bonuszahlungen an die 24-Stunden-Betreuerinnen auszahlen, wenn sie länger bleiben. Wir haben das ganz intensiv gefordert im Ministerium, und das ist jetzt geglückt", sagte die in Oberösterreich für Soziales zuständige Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) am Montag im Ö1-"Mittagsjournal“. Oberösterreich biete den 24-Stunden-Kräften 1000 Euro zusätzlich pro Monat an.

Keine Obegrenze vorgegeben

Gegen "Schnellschüsse" sprach sich hingegen die niederösterreichische Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) aus. "Ich bin für eine bundeseinheitliche Lösung.“ Derzeit gebe es „ein kurzes Mail aus dem Sozialministerium“. Da werde man „jedenfalls weiter sprechen müssen.“ 

Am Mittwoch sollen die Bonuszahlungen bei der wöchentlichen Videokonferenz mit Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) thematisiert werden, sagte Teschl-Hofmeister. Das Sozialministerium hat inzwischen aber bestätigt, dass die Länder über etwaige Boni aus den Mitteln des Pflege-Sicherungspakets selbst entscheiden können. "Die Dauer und Höhe obliegt dabei dem jeweiligen Bundesland, sofern eine solche Bonuszahlung vorgesehen ist", teilte ein Sprecher mit.

Die Auszahlung sei aber nur eine von mehreren Maßnahmen, zu denen die Länder greifen, um dem möglichen Mangel an 24-Stunden-Betreuerinnen und Betreuern vorzubeugen. So seien in den vergangenen Tagen die Pflege-Hotlines verstärkt worden, "um ein Clearing für unterversorgte Pflegebedürftige sicherstellen zu können". Außerdem organisieren die Länder Ersatzeinrichtungen für die Betreuung und bemühen sich um eine Ausweitung bei mobilen Pflegediensten.

(APA)