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Covid-19

Entlassung nach Protest von Amazon-Angestellten wegen fehlendem Schutz

APA/AFP/ANGELA WEISS
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In den USA wird an mehreren Amazon-Standorten gegen fehlende Schutzmaßnahmen demonstriert. Der Organisator der New Yorker Protestkundgebung wurde entlassen.

Viele Geschäfte sind aufgrund der anhaltenden Ausgehbeschränkungen geschlossen. Was die Menschen nun micht mehr kaufen können, bestellen sie online. Je länger die Krise andauert, umso mehr profitiert der bereits reichste Mann der Welt mit seinem Online-Handel davon. In weniger als zwei Wochen legte die Amazon-Aktie um 100 Milliarden Euro an Marktwert zu. Ein Gewinn für Jeff Bezos von knapp zehn Milliarden Euro. Amazon sucht weltweit Tausende Mitarbeiter und verspricht auch bessere Löhne als vor der Krise. Die Logistik-Mitarbeiter, die bereits seit Wochen versuchen, die Bestellungen abzuarbeiten, fühlen sich nicht ausreichend geschützt.

Mitarbeiter demonstrieren gegen mangelhaften Schutz. Zwischen 50 und 60 Arbeiter schlossen sich am Montag in New York einer Kundgebung vor einem Amazon-Lager an. Sie forderten die Schließung und Desinfizierung des Gebäudes, nachdem ein Angestellter dort positiv auf das neuartige Virus getestet worden war. Eine Situation, die nicht nur New York betrifft. Einem Bericht des Senders NBC zufolge forderten Amazon-Angestellte auch in zwei Lagern im Süden des US-Bundesstaats Kalifornien die Schließung der Arbeitsräume für zwei Wochen an. In der Zeit sollen die Anlagen desinfiziert und die Angestellten auf das Virus getestet werden. Proteste und Arbeitsniederlegungen gab es überdies beim US-Onlinehändler Instacart. 

„Extreme“ Maßnahmen: Amazon weist Vorwürfe zurück

Nach den Protesten wurde deren Organisator, Christian Smalls, von Amazon entlassen. Smalls hatte im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben, dass sich tausende Amazon-Angestellte in den Gebäuden des Onlineriesen mit dem Coronavirus ansteckten. Das Unternehmen selbst beteuert, "extreme" Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter vor der Pandemie getroffen zu haben.

Die Entlassung von Smalls begründete Amazon mit dessen Teilnahme an dem Protest in New York, obwohl sein Arbeitgeber ihn zu häuslicher Quarantäne aufgefordert hatte. Smalls hatte demnach zuvor Kontakt mit einem Infizierten und mit seiner Teilnahme die anderen Demonstranten gefährdet.

New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James nannte das Vorgehen Amazons "schändlich". Sie kündigte die Prüfung rechtlicher Schritte an.

(APA/bagre)