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Windsors

Der Lack ist ab bei Harry und Meghan

Seit heute sind der Herzog und die Herzogin von Sussex „nur“ Harry und Meghan. Das einst so populäre Paar kämpft aktuell mit seinem Image, das selbst für viele Fans mittlerweile Fragen aufwirft.

Es ist der 1. April 2020, und keine zwei Jahre nach der zweiten britischen „Royal Wedding“ des Jahrhunderts scheint es so, also ob der Traum von der glücklichen Familie von Schloss Windsor geplatzt ist. Einmal mehr.

Prinz Harry, der Herzog von Sussex, und Meghan Markle, die Herzogin, sind mit dem heutigen Tag nicht mehr Mitglieder des Königshauses. Ihre unabgesprochene öffentliche Kundmachung, neue Wege als Royals bestreiten zu wollen, löste im Jänner viel Tumult aus. Und kostete dem jungen Paar schlussendlich auch den Platz als offizielle Vertreter der Queen. Sie wollen künftig nur noch als „Harry und Meghan“ auftreten. „Call-Me-Harry“, spottet die britische Presse über den Sohn von Prinz Charles und Lady Diana Spencer: „Nenn-mich-Harry.“ 

Königin Elizabeth II. und ihre Familie machten in den vergangenen 90 Jahren - die britische Königin ist 93 - so einige Schicksalsschläge mit, die andere Familien jederzeit aus den Angeln gehoben hätten. Todesfälle, Scheidungen, ganz öffentliche Faux-pas - zuletzt jener von Prinz Andrew, dem Herzog von York, der partout keine Träne über seine Freundschaft mit dem mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weinen wollte: Alles wurde so verarztet, dass vor allem das Überleben der Königsfamilie gesichert war, der Sitz der Windsors auf dem Thron des Vereinigten Königreichs unumstritten.

Die Abdankung des Onkels der Queen, König Edward VII., war einer dieser Schicksalsschläge. Er bugsierte die heutige Königin erst in Richtung Thron und den Ex-König an die Seite seiner Lebensgefährtin, der US-Amerikanerin Wallis Simpson. Sie war zweifach geschieden - und damit ganz und gar nicht dem königlichen Weltbild entsprechend. Zwischen dem Fall von König Edward, dem späteren Herzog von Windsor, und dem seines Urgroßneffen, Prinz Harry, ziehen heute viele Parallelen. Entschied sich Prinz Harry letztlich nicht auch für eine US-Amerikanerin - und für die Liebe? Und gegen das Establishment, das, so lange die Queen am Leben ist, sich nicht für Individualisten interessiert?