Alltag in der Quarantäne: Eine italienische Köchin hat einer Freundin ein Mittagessen vorbereitet – und respektiert zugleich Ausgangssperre und Sicherheitsabstand.
Corona

Italien: „Erlaubt uns Kindern frische Luft“

Die Regierung hat die strikten Ausgangssperren verlängert. Eltern fordern, dass Kinder zumindest eine Stunde pro Tag ins Freie dürfen: Rom lässt aber nur einen kurzen Spaziergang zu.

Rom/Wien. Seit fast zwei Wochen hat Elena ihre Wohnung im norditalienischen Genua nicht verlassen, die Schule ist ohnehin seit Anfang März geschlossen. Nun hat das Mädchen Premier Giuseppe Conte einen Brief geschrieben: „Ciao Presidente, ich heiße Elena Luna und bin acht Jahre alt... Ich wünsche mir im Namen aller Kinder, dass die Regierung uns erlaubt, eine Stunde an der frischen Luft zu verbringen“, steht darin. „Ich weiß, dass du es derzeit nicht leicht hast. Aber ich bitte dich, überlege es dir. Und ich hoffe, dass du mir antwortest, auch wenn das, was ich dich frage, nicht geht.“

Der Brief trifft inmitten der dunkelsten Phase der Corona-Epidemie in Italien einen wunden Punkt. Seit Rom Mitte März die Ausgangssperre noch weiter verschärft hat, durften Kinder de facto nicht mehr vor die Türe. Denn die eigenen vier Wände sollen die Einwohner Italiens nur noch verlassen, wenn dies dringend notwendig ist – etwa um zu arbeiten oder einzukaufen. Spazieren oder auch nur den Hund hinausbringen ist lediglich im engsten Umkreis der Wohnung erlaubt. Und wenn man schon raus muss, dann möglichst allein. Bei Verstößen drohen bis zu drei Jahre Haft. Parks sind ohnehin in fast ganz Italien geschlossen.