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Mietzinsreduktion: Das können Vermieter tun

Geschlossenes Restaurant: Verluste für Mieter und Vermieter.
Geschlossenes Restaurant: Verluste für Mieter und Vermieter.(c) Getty Images/iStockphoto (marcoventuriniautieri)
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Unternehmen, die wegen Covid-19 ihre Betriebsstätte schließen mussten, können eine Herabsetzung des Mietzinses beantragen. Wir haben Experten nach den Auswirkungen für den Vermieter gefragt.

Die Schließung von Geschäftslokalen trifft nicht nur deren Betreiber hart, sondern oft auch auch deren Vermieter. Denn um die Liquidität von Unternehmen, die wegen der Corona-Krise ihr Geschäft oder Lokal schließen mussten, zu erhöhen, können diese unter bestimmten Umständen eine Reduktion des Mietzinses verlangen. Für den Vermieter bedeutet das zweierlei: Weniger Einnahmen, aber gleichzeitig Ausgaben, weil er die laufenden Betriebskosten – von der Grundsteuer bis zu Wasser- und Kanalabgaben – weiter bezahlen muss. „Das heißt, der Vermieter macht einen Verlust“, sagt Immobilienrechtsexperte Mark Tuttinger von HBA Rechtsanwälte, der die Situation in Hinblick auf die Mietzinsreduktion als derzeit „noch sehr unklar“ bezeichnet.

Man müsse sich konkret jeden Einzelfall anschauen, ergänzt Roman Ressler vom Zentralverband Haus und Eigentum. Denn nur so könne die geklärt werden, wie hoch diese ausfallen werde. „Die Frage ist beispielsweise, ob das eingemietete Unternehmen einen völligen Umsatzausfall verkraften muss oder einen alternativen Geschäftszweig, wie den Onlinehandel, bedient“, so die beiden Experten. Oder ob zwar der Kundenkontakt ausfällt, aber das Business mittels Telefon und digitale Medien ausgeübt werden könne. „Dann ist keine Unbrauchbarkeit des Geschäftslokals gegeben“, betont Tuttinger.